The Search - Staying alive in a country industrialized

The Search- Staying alive in a country industrialized

Danse Macabre / Al!ve
VÖ: 27.04.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ein kleines bisschen Zuversicht

Warum eigentlich? Wonach suchst Du? Mit solchen Fragen eröffnen The Search das Album gleich im ersten Track "Staring into a screen", aber wer erwartet, dass sie auch Antworten auf ihrem fünftem Album dazu liefern, wird enttäuscht werden. Wenn überhaupt, dann enthält "Staying alive in a country industrialized" Hinweise auf das Leben, das draußen tobt mit all seinen guten und schlechten Aspekten.

Dabei lässt die musikalische Unterlegung der vier Schweden erstmal gar nicht vermuten, dass da auch Negatives sein könnte: Abgeklärte, meist akustische Gitarren vor einer klassischen Rhythmusgruppe, die etwa beim Intro zu "Amanda, what have you done?" stark an Johnny Marr zu Zeiten von The Smiths erinnern, lassen eher Wohlfühl-Gedanken aufkommen. Der Titel lässt aber schon erahnen, dass es im Text um Gründe für oder gegen die Unausweichlichkeit einer nicht genauer erläuterten, schrecklichen Tat geht.

Suchen, Finden, Ausleben und Verlieren des Glückes nicht nur zu zweit ist das Hauptthema von "Staying alive in a country industrialized". Nichts ist dabei leicht, weder das Suchen in "Looking for the flesh and the blood" noch das Festhalten an der Vergangenheit in "Losing touch": "I was young and now I'm old / I was burning now I'm cold / I can't hold on to yesterdays anymore / But I remember sharp pain / And occasions of joy anymore / I remember the ambitions of a girl and a boy anymore." Und auch wenn "Let's make babies" mit seiner netten Hookline daher kommt wie die Nachfolge-Single zu Bruno Mars' "Marry me": Auch hier überwiegen die Zweifel ob der Entscheidung für die Gründung einer Familie.

Die Themenwahl hängt möglicherweise auch mit dem Älterwerden zusammen. Dass sich in zehn Jahren nach Gründung der Band einiges ändert, ist wenig überaschend. Aber dass mit dem Austauschen der alten Weggefährten von Sänger Razmig Tekeyan auch der Sound nicht mehr so düster ausfällt, hat sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen. Aber vielleicht steckt hinter dem Verweis auf Joy Division oder The Cure, der trotz allem erneut die Runde macht, ja der Gedanke, dass die Hörer eher düsterer Musik auch mal was Nettes hören möchten oder endlich auch mal über das "echte" Leben nachdenken sollen.

Wobei dieses echte Leben halt aus vielen Facetten und Erfahrungen besteht. "The knower" ist vielleicht die Zusammenfassung des Albums: Nachdenklich und entspannt greifen Musik und Text ineinander und stellen Gefühle und Beziehungen über simples Wissen und Rechthaberei. Aber wie "I could never get close to you" gleich wieder klar macht: Einfach ist das nicht, denn jeder bringt seine eigene Vergangenheit mit. Und so pendelt dann auch die Musik dazu zwischen romantischer Liebelei und melancholischem Scheitern. Und der Hörer nimmt die Einsicht mit, dass allem positiven Herangehen an das Leben auch ein Risiko inne ist. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass so viele lieber sicher vor dem Bildschirm bleiben.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Staring into a screen
  • Losing touch
  • I could never get close to you

Tracklist

  1. Staring into a screen
  2. Amanda, what have you done?
  3. Looking for the flesh and the blood
  4. Diving into another person
  5. Losing touch
  6. Let's make babies
  7. The knower
  8. I could never get close to you
  9. We fell asleep in each other's arms and never woke up again
  10. This bird doesn't sing anymore

Gesamtspielzeit: 40:29 min.

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