Conor Oberst And The Mystic Valley Band - One of my kind

Conor Oberst And The Mystic Valley Band- One of my kind

Team Love / Indigo
VÖ: 25.05.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Haut und Haar

Herr Oberst, Herr Oberst, da ist ein Haar in Ihrer Suppe! Wer wirklich wollte, konnte sogar ganze Büschel in den Brühen finden, die Conor Oberst der Öffentlichkeit seit "Cassadaga" auftischte. Sei es auf seinem Soloalbum "Conor Oberst", sei es auf "The people's key" von Bright Eyes oder auch auf "Outer south" mit der Mystic Valley Band. Oberst schaffte es einfach nicht, die in ihn gesetzten Erwartungen in Gänze zu erfüllen. Vielleicht will er es auch einfach gar nicht mehr, wahrscheinlich wollte er es nie. Zeitgleich mit der Reunion der Desaparecidos veröffentlichen nun Oberst und seine Mystic Valley Band mit "One of my kind" Liegengebliebenes aus den Archiven rund um die Aufnahmen zu "Outer south". Und auch hier sind wieder ein paar Häärchen zu viel.

Dabei beginnt die Resteverwertung ziemlich vielversprechend. Im Grunde zählen die Songs auf "One of my kind" bis zur Hälfte mit zum leidenschaftlichsten, was Oberst in den letzten Jahren fabrizierte. Ob nun als recht klassischer Rocksong "One of my kind", der auch gut auf das letztjährige Album es auf "The people's key" der Bright Eyes gepasst hätte, ob als formidabler Desert-Blues "Corina, Corina" oder als luftige, aber deprimierende Ballade "Breezy" - es verwundert schon, warum diese Songs nicht direkt auf "Outer south" gelandet sind. Noch bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass die Stücke nur dritte Wahl sind. Fürs Album nicht benötigt und jetzt streng genommen auch nur Dreingabe zum 60-minütigen Tour-Film von Phil Schaffart über die Entstehung von "Outer south" und die Geschichte der Mystic Valley Band. Dafür aber sind diese ersten fünf Songs einfach zu gut.

Ab "Central city" verlassen diesem Album etwas die Kräfte, und "One of my kind" versinkt bis "Normal" in eher durchschnittlichen Folkrock-Standards, allesamt nicht von Oberst als erster Stimme gesungen. Und auch der Meister selbst kann mit dem Schunkler "Kodachrome" und der halluzinogenen Reprise "White shoes" die Platte nicht mehr nach oben ziehen. Was bleibt, ist ein ziemlich diffuses Bild. Einerseits ist vollkommen nachzuvollziehen, warum bestimmte Songs nicht auf der offiziellen Veröffentlichung gelandet sind. Andererseits wird eine Handvoll Spitzenmaterial mehr oder weniger ohne große Aufmerksamkeit einfach so über den Jordan geschickt. Schade und auch wieder nicht. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Oberst auch mal wieder ein durchgängig faszinierendes Album aufnimmt. Ganz ohne Haar.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Corina, Corina
  • Synesthete song
  • Breezy

Tracklist

  1. One of my kind
  2. Gentleman's pact
  3. Corina, Corina
  4. Synesthete song
  5. Breezy
  6. Central city
  7. I got the reason #1
  8. Phil's song (Learn to stop time)
  9. Normal
  10. Kodachrome
  11. White shoes (Reprise)

Gesamtspielzeit: 42:01 min.

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