Fun. - Some nights

Fun.- Some nights

Fueled By Ramen / Atlantic / Warner
VÖ: 25.05.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Tücken der Technik

Der August 2009 war in Deutschland eine spaßfreie Angelegenheit. Als pünktlich zu den damaligen Hitzerekorden "Aim & ignite" von Fun. erschien, interessierte sich dafür nur, wer bis dato noch ohne persönlichen Sommerhit auskommen musste. Das Debütalbum der Nachfolgeband von The Format hatte davon gleich mehrere im Angebot. Die wenigen, die es nutzten, entschieden sich vorzugsweise für "All the pretty girls" und genossen bei um so besserer Laune den vorbildlichen Sommerausklang.

Drei Jahre später ist im Mai schon August. Auch Fun. sind früher dran. Zudem konnte das Trio um Sänger Nate Ruess dank der Fernsehserie "Glee" eine Vorabsingle um den Globus schicken, gegen die jeder Widerstand zwecklos ist. Die designierten "Newcomer des Jahres" finden also ideale Rahmenbedingungen vor und lassen vom ersten Ton an keinen Zweifel daran, diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden zu wollen. Die vergnügungssüchtige Opulenz, mit der Fun. zu Werke gehen, lässt dabei die Einordnung als "Indie-Pop" zumindest diskutabel erscheinen, drängen sich doch unter anderem Erinnerungen an Queen auf. Nicht von ungefähr wurden in manch englischsprachiger Rezension Freddie Mercury und Nate Ruess in einem Satz erwähnt. Ein jedoch schon deswegen unangemessener Vergleich, weil Mercury im Gegensatz zu Reuss ohne technische Prothesen auskam. Aber der Reihe nach.

Bereits der Titeltrack zelebriert unmissverständlich, dass Ruess & Co. den Glücksgefühlen aller Jungen und Junggebliebenen zu ungekannten Höhen verhelfen möchten. Und der Single-Hit "We are young" dürfte einige Entjungferungen des Sommers überhaupt erst ermöglichen. Vereinzelt deutet sich allerdings schon zu Beginn an, dass man durchaus auch zu viel Spaß haben kann. Denn offenbar hat Ruess großen Gefallen daran gefunden, sein ordentlich formatiertes Organ technisch aufzubessern. Keine gute Idee, da das zuweilen einen unangenehmen Styroporeffekt hervorruft - besonders deutlich bei "Stars" und "It gets better". Die Songs werden von den mitunter nervenzerrenden Gesangsexzessen regelrecht abgetötet. Glücklicherweise lässt die Band überwiegend Gnade walten und setzt dieses Stilmittel nicht zu häufig ein.

Zwar bewegen sich die meisten anderen Lieder ebenfalls gefährlich nah am Autotune-Abgrund, können die Balance aber noch halten. Wäre ja auch schade drum, wenn die Kaskade potenzieller Knaller den Tücken der Technik erliegen würde. Und so gleitet "Carry on" zielgenau in die großen Spuren der vorherigen Highlights, qualifiziert sich "Why am I the one" für die engere Wahl zur offiziellen Olympia-Hymne und schöpft selbst der Bonustrack "Out on the town" aus all dem Mut, der Sehnsucht und der Unterhaltsamkeit, die man mit manchen Nächten verbindet. Vor allem im Sommer 2012.

(André Schuder)

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Highlights

  • Some nights
  • We are young
  • Carry on
  • Why am I the one
  • Out on the town

Tracklist

  1. Some nights (Intro)
  2. Some nights
  3. We are young
  4. Carry on
  5. It gets better
  6. Why am I the one
  7. All alone
  8. All allright
  9. One foot
  10. Stars
  11. Out on the town

Gesamtspielzeit: 46:05 min.

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2012-12-01 12:01:06 Uhr
Die Band passt mit ihrer Kombination aus Belanglosigkeit und Aufdringlichkeit eigentlich perfekt in diese Sendung.
Jeremy Pascal
2012-11-30 21:09:08 Uhr
Brrr, die traten doch gerade tatsächlich bei der Ultimativen Chartshow auf. Das ist noch schlimmer als für Bild zu werben.
Friege:
2012-11-29 08:46:29 Uhr
Das hört sich doch an, wie von den Bee Gees, oder??
Jeremy Pascal
2012-11-28 23:26:29 Uhr
"We Are Young" ist schon ein guter Song, auch wenn ich ihn aufgrund der Totdudelei zur Zeit nicht mehr ertragen kann.
Bei "Some Nights" gefällt der Vocoder-Part, obwohl ich Vocoder normalerweise wie nichts anderes hasse.
Insgesamt ist mir das Album aber zu nah an einem fiesen Musical...
petr
2012-11-28 23:06:46 Uhr
PS: Ich bin schwul.
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