Keane - Strangeland

Keane- Strangeland

Island / Universal
VÖ: 04.05.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Reise ins Nichts

Irgendwo im texanischen Nirgendwo auf dem Weg Richtung San Antonio erlebt ein junges, durchaus nett anzuschauendes Paar den vermutlich besten Roadtrip seines Lebens. Und das Ganze in welchem Gefährt? Stilecht im gammeligen Chevrolet, im bulligen Dodge oder im klassischen Buick? Von wegen! Im genauso unkaputtbaren wie unspektakulären Volvo gleiten die beiden durch die US-Einöde. Und strenggenommen kann man damit auch schon einen Haken hinter die überraschendste Stelle von Keanes neuem Album machen: das Video zu "Silenced by the night". Denn ansonsten verläuft bei den vier Südengländern auch 2012 alles im gewohnten Kontext.

Wer die bisherigen drei Longplayer der Band um Frontmann Tom Chaplin kennt, dem sind die Hauptbestandteile von Keanes Arbeitsphilosophie bestens bekannt: ein harmonisch bestens abgestimmtes Klangbild in Kombination mit Chaplins markantem Gesang und Melodien für Millionen. Das trifft auch auf "Strangeland" zu. Zumindest im weitesten Sinne. Denn leider kommt man nicht umhin festzustellen, dass seit den richtig großen Hits schon einige Jahre ins Land gezogen sind. Sicherlich zieht einen "Silenced by the night" nebst eingangs erwähntem Clip schon etwas auf seine Seite - zu sehr umarmt das Stück die Welt und wirkt trotz allgegenwärtiger Melancholie irgendwie doch positiv und lebensbejahend.

Ähnliches gilt für das eröffnende "You are young", das zum Schunkeln einladende "Disconnected" oder das flottere "Day will come". Alles geht gut ins Ohr, jedoch leider auch recht zeitnah wieder heraus. Auch das gute alte Piano kommt selbstverständlich zum Einsatz, um die ohnehin nicht vorhandenen Ecken und Kanten noch etwas mehr abzurunden. Soweit das überhaupt noch möglich ist. "Watch you go", "Black rain" oder "Sea fog" geben dahingehend alles, was an balladeskem Schubidu möglich ist. Im Gegensatz dazu wirkt das schmissig nach vorne gehende "On the road" beinahe schon wie eine Rocknummer. Aber davon sind Keane letztlich immer noch so weit entfernt wie der tapfere Volvo von seinem Heimatland.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Silenced by the night
  • Disconnected
  • Day will come

Tracklist

  1. You are young
  2. Silenced by the night
  3. Disconnected
  4. Watch how you go
  5. Sovereign light café
  6. On the road
  7. The starting line
  8. Black rain
  9. Neon river
  10. Day will come
  11. In your own time
  12. Sea fog

Gesamtspielzeit: 45:08 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Keane- Fan
2014-11-05 10:25:53 Uhr
Die Bemerkung mit dem Geld verdienen zeigt mal wieder den alten Sozialneid der Deutschen. Echt erbärmlich jemanden deshalb so zu zerreißen.
Neurotiker
2012-05-13 16:01:12 Uhr
1. Keane wird meist nicht für das Fehlen harter Gitarrensoli kritisiert, sondern für Schema-F-Instrumentierung und für Texte, die oft aus seichten Plattitüden bestehen. Ich höre auch eher Musik, die andere als Weicheimusik abstempeln (Sufjan Stevens, Antony & the Johnsons, Beach House). Nichts würde mir ferner liegen, als mich mit Rammstein, Bushido oder Trash Metal zu malträtieren. Erweitert euren musikalischen Horizont!

2. Ihr verfasst hier einen Abgesang auf jegliche Kritik an künstlerischem Schaffen. Richtig ist, dass diese nur im Kontext betrachtet wirklich hilfreich ist (man kennt z.B. den Rezensenten, die Website bzw. die kritisierte Band etc.), aber "es gibt nichts zu diskutieren"? Ernsthaft? Seht ihr das bei Buchkritiken genauso? Niemand muss sich rechtfertigen, weil er Keane toll, mittelmäßig oder langweilig findet. Aber seine Meinung kundtun darf jeder.

3. Bezeichnungen wie "Schwiegermuttermusik" sind gemein und hinterhältig, aber mit Humor zu nehmen.

4. Heimlich höre ich immer noch "Untitled I" in der Badewanne
bazi
2012-05-13 15:35:21 Uhr
mia san dortmund!
The Hungry Ghost
2012-05-13 15:06:44 Uhr
@RezensionsAlternative:

Finde deine Einstellung sympathisch und ich sehe es genauso, dass die Bewertung von Alben ebenso wie jeglicher anderer Kunstwerke eine subjektive Begründungsbasis haben.

Selbst wenn nämlich ein Rezensent mit dem Vorhaben größter Objektivität Vorzüge und Schwächen einer Platte beschreibt, tut er das ja mit Begriffen, die er bestimmten Maßstäben entnommen hat. Z.B. wie komplex, eingängig, innovativ etc. etwas klingt.

Und diese Maßstäbe sind insofern subjektiv, dass sie halt nur dadurch ihre argumentative Kraft aus der Menge der Befürworter diese Kriterien beziehen.

Wer z.B. die Erfüllung des Kriteriums "Innovativität" oder "Weiterentwicklung" etc. nicht teilt, der hat dadurch noch keinen schlechten Geschmack, sondern beruft sich auf andere Aspekte.
Und inwieweit eine Platte jmd berührt, ist manchmal sogar ganz individuell und gar nicht konsensfähig.

Darum finden eben manche Menschen Trash-Metal-Platten großartig und verabscheuen Keane, Coldplay etc. und umgekehrt.



@ Keane?
2012-05-13 02:08:01 Uhr
@ "Keane?" aka bazi, hör bitte auf, unter Fake-Namen zu posten, danke!
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