Counting Crows - Underwater sunshine

Counting Crows- Underwater sunshine

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 13.04.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

An die Arbeit

Vier Jahre Geduld - und dann das? Ein Album mit Coverversionen von fünfzehn Lieblingsliedern? Mal ehrlich: Als gäbe es noch nicht genug Bob-Dylan-Interpretationen auf dieser Welt. Manches spricht dafür, "Underwater sunshine" mit einiger Skepsis in den CD-Player zu schieben. Zum Glück gibt es mindestens genauso viele Gründe, sich eines Besseren belehren zu lassen - auch wenn man nach "Saturday nights and Sunday mornings" gerne mal wieder etwas ganz Neues von Counting Crows gehört hätte.

Die Band dürfte sich der im Vorfeld nicht ganz erfüllten Erwartungshaltung bewusst sein: "What we did on our summer vacation", tiefstapelt sie im mäßig originellen Untertitel. Urlaub also, kein großes, erwartungsbeladenes Ding. Der Effekt ist ein bisschen, als hätte Adam Duritz dem Hörer einfach ein Mixtape mit dem im die Hand gedrückt, was ihm immer schon am Herzen lag - einiges von der Restwelt vergessen oder nie wirklich entdeckt, auch die bekannteren Stücke nicht ganz oben auf der Wiedergabeliste: Stimmt, "The ballad of El Goodo" ist ein guter Grund, mal wieder die alten Big Star-Sachen herauszukramen, "Return of the grievous angel" die zwingende Aufforderung, danach direkt mit Gram Parsons weiterzumachen. Und wie konnte Kasey Anderson bisher völlig an einem vorbeiziehen, wenn der mit "Like teenage gravit" bessere Springsteen-Balladen schreibt als der Boss selbst seit mehreren Alben?

Die Originale bleiben in Hörweite, um gewagte Neuinterpretationen geht es Duritz und Kollegen offenbar nicht. Das eigentlich Erstaunliche daran: Würde man es nicht besser wissen und die Songs kennen, würde man sich "Underwater sunshine" wohl ohne weiteres als reguläres Counting Crows-Album verkaufen lassen. Selbst klassischen Britpop macht die Band sich so zu Eigen, dass sie "Coming around" notfalls als Travis-inspirierte Eigenkomposition etikettieren könnte. Erst recht gilt das, wenn ein Stück wie The Romany Ryes "Untitled (love song)" schon im Original genauso gut der Feder von Counting Crows hätte entspringen können - an dem großartigen Rumpel-Groove ändert sich in deren Version ohnehin nichts.

Für ein Cover-Album entsteht so ein enorm homogenes Bild, aus dem das jüngste Stück am meisten heraussticht. "Hospital" ist tatsächlich eine Art Sonderfall: Das Cover ist hier in Wirklichkeit älter als das Original - als die Band ihre Version eintütete, existierte als Vorlage bloß ein Demo von Coby Brown und Counting-Crows-Gitarrist David Immerglück. Die Nebenanekdote dazu: Wenn man Duritz glauben darf, litt er während der Aufnahmen unter dem Entzug von Medikamenten, die sein Arzt ihm verschrieben hatte - ein scheppernder Krankenhaus-Song schien ihm da der angemessene Soundtrack zu sein. Was die Entzugserscheinungen der Fans betrifft, dürfte "Underwater sunshine" unerwartet gute Linderung verschaffen. Sie wissen nun, was Counting Crows letzten Sommer getan haben. Bleibt dennoch zu hoffen, dass für diesen Juli "Lieder schreiben" extradick im Kalender notiert ist.

(Jana Fischer)

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Highlights

  • Untitled (love song) (The Romany Rye)
  • Like teenage gravity (Kasey Anderson & The Honkies)
  • The ballad of El Goodo (Big Star)

Tracklist

  1. Untitled (love song) (The Romany Rye)
  2. Start again (Teenage Fanclub)
  3. Hospital (Coby Brown)
  4. Mercy (Tender Mercies)
  5. Meet on the ledge (Fairport Convention)
  6. Like teenage gravity (Kasey Anderson & The Honkies)
  7. Amie (Pure Prairie League)
  8. Coming around (Travis)
  9. Ooh la la (The Faces)
  10. All my failures (Dawes)
  11. Return of the grievous angel (Fram Parsons)
  12. Four white stallions (Tender Mercies)
  13. Jumping Jesus (Sordid Humor)
  14. You ain't going nowhere (Bob Dylan)
  15. The ballad of El Goodo (Big Star)

Gesamtspielzeit: 61:28 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Tyler
2012-05-20 18:01:31 Uhr
SChön bluesig, das Ganze.

Die Band hat schon nen coolen Sound und Duritz eine der wenigen verschnupften Stimmen, die mir nach zwei Liedern rumgenöle noch lange nicht auf die Nerven geht.

Aber klar, was Eigenes wäre mir auch lieber gewesen.
Nola
2012-04-04 20:07:14 Uhr
Gefällt mir auf's erste mal reinhören richtig gut!

Und das, obwohl ich ich nach "Recovering the satellites" bisher fast von jedem Album enttäuscht war.
Leika
2012-02-11 01:08:43 Uhr
Die Band quält sich eigentlich seit der zweiten Platte mit dem Songwriting. Brauchen immer ewig lang. Sind zu schnell reich und erfolgreich geworden. Der Dicke Adam wusste nichts mehr zu singen. Trotzdem ne gute band.
The Pusher
2012-02-11 00:25:48 Uhr
*push*
logo
2012-02-10 19:08:29 Uhr
Freut mich, dass da bald was ansteht. Aber nach vier Jahren wäre mir ein eigenes Album lieber gewesen. Sowas macht man mal so zwischendurch.
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