Jack Johnson - Jack Johnson And Friends - Best of Kokua Festival

Jack Johnson- Jack Johnson And Friends - Best of Kokua Festival

Universal
VÖ: 13.04.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zwischen ach so und Lala

Jeder, der einmal mal auf einem Konzert von Jack Johnson gewesen ist, hat es gesehen: Die Liebe, den Frieden, die Gemeinschaft untereinander, obwohl man sich abseits des Auftrittsortes völlig fremd ist und danach wieder getrennte Wege gehen wird. Die Shows des Hawaiianers sind wie Johnson selbst: entspannt und ausgeglichen. Jeder auf der Bühne ist genauso Teil des Ganzen wie der Sänger, jeder vor der Bühne ein weiteres Chormitglied. Mit "Jack Johnson And Friends - Best of Kokua Festival" gibt es nun einmal mehr die Möglichkeit, sich dieses Feeling auch nach Hause zu holen. Das Besondere daran: Das Album wurde seit 2004 auf allen sechs Kokua Festivals aufgenommen, der wichtigsten Veranstaltung für Jack Johnsons Kokua Hawaii Foundation. Selbstredend sind alle auf der Platte vertretenen Freunde Unterstützer dieser Sache und setzen sich nicht nur mit ihrem Auftritt für Umwelt- und Klimaschutz ein. Und weil all das noch nicht gut genug ist, kommt das Album pünktlich zum Earth Day 2012 auf dem Markt, um den Fokus weiterhin auf die Belange unseres kleinen Planeten zu richten.

Und damit wäre auch schon der Großteil zu dem gesagt, was die einen ganz besonders toll und die anderen ganz besonders doof am guten Johnson finden. Sicher hat jeder Mensch seine Fehler und vielleicht auch ein, zwei Leichen im Keller. Der 36-Jährige jedoch scheint höchstens ein Mann zwischen Gut und Besser zu sein, der mit aller Kraft des Herzens Friede, Freude, Eierkuchen unters Volk bringen will. Ein karitativer Zweck allein reicht da nicht, dazu müssen noch ein paar ziemlich coole Leute wie Eddie Vedder, zwei Marley-Söhne, Ben Harper oder Willie Nelson ins Boot geholt werden, und der Tag der Erde passt als Anlass für die Veröffentlichung sowieso wie die Faust aufs Auge. Aber so sehr man auch versucht, das ekelhaft zu finden, so schnell scheitert man auch. Denn "Jack Johnson And Friends - Best of Kokua Festival" ist ja gar nicht mal so blöd, dafür stellenweise aber leider etwas lauwarm. Wenigstens der Opener "Better together" läuft wie eine Eins - wie es sich gehört für einen der ersten Songs, die man Jahr für Jahr zum Sommeranfang im Café um die Ecke hören darf. "Constellations" aber, an dem auf der Liveversion Vedder und Kawika Kahiapo beteiligt sind, ist dann schon fast ein bisschen zu entspannt und plätschert nur vor sich hin. Schon vorbei? Ach so.

Aber dafür hat Johnson ja Leute wie Jackson Browne auf die Bühne geschleppt, der den von ihm geschriebenen Eagles-Oldie "Take it easy" schmettern darf, und den irgendwie jeder kennt, ohne es wirklich zugeben zu wollen. Aber auch hier erwischt man sich dabei, wie man immer stürmischer mit dem Fuß wackelt, immerhin. Einen weiteren körperlichen Ausbruch bewirkt das schunkelige "Cry, cry, cry", bei dem Ziggy Marley seinem Vater Tribut zollt, und spätestens als sein jüngerer Bruder Damien "Jr. Gong" Marley die Bühne betritt und das gemeinsamen "Welcome to Jamrock" anstimmt, entdeckt auch der resistenteste Hörer seine innere Liebe zum Reggae. Lagerfeuerromantik mit einem winzigen Hauch von Protestmarsch verströmt die von Vedder, Johnson und Zach Gill intonierte The-Band-Hymne "I shall be released", und eine kleine Überraschung gibt es auch: Den meisten Applaus erntet nicht etwa der Veteran von Pearl Jam oder einer der Marleys. Nein, erst als Haudegen Willie Nelson zu "Blues crying in the rain" aufspielt, legt das Publikum richtig los und feuert den ältesten Vertreter auf dem Album immer wieder mit Zwischenrufen an. Und plötzlich wird vor allem eines sehr deutlich: "Jack Johnson And Friends - Best of Kokua Festival" hat seine besten Momente genau dann, wenn Johnson nicht die erste Geige spielt.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Take it easy (Jackson Browne feat. Jack Johnson & John Cruz)
  • Welcome to Jamrock (Damian "Jr. Gong" Marley feat. Jack Johnson & Paula Fuga)
  • Blues crying in the rain (Willie Nelson feat. Jack Johnson & Ben Harper)
  • I shall be released (Eddie Vedder, Jack Johnson & Zach Gill)

Tracklist

  1. Better together (Jack Johnson feat. Paula Fuga)
  2. Cry, cry, cry (Ziggy Marley feat. Jack Johnson & Paula Fuga)
  3. A pirate looks at forty (Jack Johnson & Dave Matthews feat. Tim Reynolds)
  4. Mudfootball (Jack Johnson feat. Ozomatli & G. Love)
  5. Constellations (Jack Johnson feat. Eddie Vedder & Kawika Kahiapo)
  6. Take it easy (Jackson Browne feat. Jack Johnson & John Cruz)
  7. Island style (John Cruz feat. Jack Johnson & Jackson Browne)
  8. Breakdown (Jack Johnson feat. Jake Shimabukuro)
  9. Further on down the road (Taj Mahal feat. Jack Johnson)
  10. Welcome to Jamrock (Damian "Jr. Gong" Marley feat. Jack Johnson & Paula Fuga)
  11. High tide or low tide (Jack Johnson & Ben Harper)
  12. Blue eyes crying in the rain (Willie Nelson feat. Jack Johnson & Ben Harper)
  13. I shall be released (Eddie Vedder, Jack Johnson & Zach Gill)

Gesamtspielzeit: 54:33 min.

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