Roman Lob - Changes

Roman Lob- Changes

USFB / Universal
VÖ: 13.04.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Unser Roman über Lob

Was musste "Unser Star für Baku" nicht alles an Kritik einstecken. Das meiste davon absolut zurecht. Verglichen mit "The Voice of Germany" waren die auffälligen oder gar talentierten Bewerber rar gesät, und die Blitztabelle hatte ihren Reiz ungefähr nach eineinhalb Sendungen verbraucht. Doch selbst Thomas Ds grenzdebile Mischung aus Esoterik und Euphorie konnte nicht davon ablenken, dass Roman Lob ab der ersten Show den anderen Kandidaten selbige stahl. Nach zwei Jahren der Meyer-Landrutschen Alleinherrschaft wird nun also ein sympathisch-verstrahlt wirkender Rheinländer Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten.

Ohne Zweifel war der 20-Jährige für die Macher der Castingshow ein Geschenk. Von Anfang an passten bei ihm nicht nur Bühnenpräsenz und Stimme, sondern auch noch das Äußere. Auch nach dem 24. Mai könnte mit ihm noch jede Menge Geld zu verdienen sein. Dass dies und nicht Lobs musikalische Entwicklung das Hauptanliegen der Verantwortlichen ist, merkt man dem hastig zusammengeschusterten Debütalbum "Changes" leider allzu oft an. Denn an mehreren Stellen pressen Thomas D und Konsorten den talentierten Sänger in eine Rolle, die ihm nicht liegt.

Das Titellied ist ein verkrampfter Versuch, den Michael Jackson den frühen 80er wieder auferstehen zu lassen, geht aber nach hinten los. Lob ist kein Sänger für die Disco, er eignet sich auch nicht für belanglosen Sonnen-Schunkelpop wie "Flying" oder "Make you smile". Ganz anders sieht das bei den rockigen Midtempo-Nummern aus. Der Eurovision-Titel "Standing still", unter anderem komponiert von Jamie Cullum, wäre auch mit anderem Sänger eine mehr als solide Rockballade, doch Lob macht sich den Song mühelos zu eigen. Klappt das auch in Baku so gut, dann stehen die Chancen auf eine gute Platzierung wesentlich höher als mit Lenas doofer Elektropop-Nummer vom Vorjahr.

"Alone" ist ein weiteres Lied, bei dem Lob richtiggehend aufblüht. Noch deutlicher tut er dies in der Klavierballade "Day by day" oder im dramatischen "Conflicted". Das abschließende "Revolution" entwickelt gar echten Gänsehaut-Faktor. Schade, dass die Macher die Stärken ihres Zöglings nicht konsequenter ausgespielt haben oder wenigstens mehr gut gemachte Pop-Nummern wie "Dream on" und "After tonight" eingebaut haben. So halten sich auf "Changes" Tiefen und Höhen nicht ganz die Waage. Lobs Siegchancen beim Eurovision Song Contest wird das aber kaum beeinflussen. Dass bei diesem Wettbewerb auch das Aussehen und Auftreten zählt und nicht nur die Musik, bewiesen Ell und Nikki im Vorjahr eindrucksvoll. Alles Gute, Roman!

(Mark Read)

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Highlights

  • Standing still
  • After tonight
  • Revolution

Tracklist

  1. Call out the sun
  2. Dream on
  3. Standing still
  4. Alone
  5. Changes
  6. Flying
  7. Make you smile
  8. Day by day
  9. After tonight
  10. Something stupid
  11. First time
  12. Conflicted
  13. Revolution

Gesamtspielzeit: 44:04 min.