Alcoholic Faith Mission - Ask me this

Alcoholic Faith Mission- Ask me this

Pony / Rough Trade
VÖ: 24.02.2012

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hallelujah

Es beginnt mit einem Chor und hört so schnell auch nicht damit auf. Tatsächlich dauert es so lange, dass man sich in der Zwischenzeit einen Kaffee holen kann, um dann in aller Ruhe nachzusehen, wie das eigentlich damals alles war. Im Jahr 2006 startet die dänische Band Alcoholic Faith Mission zunächst als Duo und lässt sich irgendwann zur Veröffentlichung des zweiten Albums "421 Wythe Avenue" in New York nieder. Nach ausgiebigen Tourneen durch Europa und Nordamerika, einer weiteren Albumveröffentlichung und einer EP versammelt sich die Mannschaft schließlich im Studio, um mit dem vierten Werk endlich bekannt zu werden, also auch außerhalb des hippen Indie-Clubs, in den zwar 50 Leute reinpassen, aber immer nur 30 anwesend sind. Und da ist "Ask me this" nun, und wir wären wieder am Anfang. Es beginnt mit "Down from here" und mit einem Chor, der sich erst nach eineinhalb Minuten mit der ohnehin sparsamen Instrumentierung paart. Die Rechnung geht auf: Der Opener setzt sich bis zum Schluss des Albums fest im Gehörgang, sodass man ihn ganz schnell wieder hören mag.

Dazwischen bleiben aber neun andere Stücke, die es sich anzuhören lohnt. Sei es die dramatische Stimmung des Titeltracks, die dank der Piano-Untermalung doppelt zerbrechlich daherkommt, oder das elektronisch angehauchte "Into pieces", das mit seinen Loops und Unterbrechungen und, ja, Glockenläuten ohnehin von einem anderen Stern zu sein scheint. So wird schnell deutlich, dass Alcoholic Faith Mission anders geworden sind. Die Veränderung, die mit dem letzten Album "Let this be the last night we care" anfing, findet hier in reinster Formvollendung statt. Der Mix aus Indie-Rock, Folk und irgendwas zwischen Post- und Experimental Rock weicht hier endgültig einem weicheren, poppigeren Sound, ohne Zweifel glatter produziert als die Vorgänger, und doch auch intimer und persönlicher. Der Wechsel mag dabei sicher nicht jedem Hörer und Liebhaber der Anfangstage gefallen - kaum zu bestreiten ist aber, dass Alcoholic Faith Mission sich mit diesem neuen Sound in gewisser Weise abheben von vielen mittlerweile in die Jahre gekommenen Indie-Irgendwas-Bands.

So scheint ein Song wie "I'm not evil" beim ersten Hördurchgang kaum aufzufallen. Die Piano/Bläser-Kombination findet man auf "Ask me this" häufiger, und der entspannte mehrstimmige Gesang findet hier auch nicht zum ersten Mal statt. Doch beim zweiten, dritten Mal beginnt der gleichbleibende Rhythmus zu gefallen, der Refrain "Everyone is changing here / Except me / I'm not evil" wird erst leise mitgenuschelt und schließlich laut mitgesungen, damit ihn auch der Nachbar zwei Straßen weiter noch hört. Der experimentelle Pop auf "Reconstruct my love" sorgt anschließend für spannende Abwechslung, und die in die Hände klatschende und auf den Boden stampfende Lagerfeuer-Atmosphäre von "Running with insanity" lässt sich ohnehin nur noch schwer toppen - wenn da nicht die beiden Abschlusssongs "We need fear" und "Throw us to the wolves" wären. Das Album, das mit diesem so ruhigen und doch so einhämmernden Chor beginnt, bekommt hier genau das epische Ende, das man sich gewünscht hat, ohne dass es dabei zu aufdringlich wird. Wir haben es verstanden: Mit "Ask me this" wollen Alcoholic Faith Mission es schaffen, und zu wünschen wäre es ihnen. Endlich!

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Down from here
  • Running with insanity
  • We need fear
  • Throw us to the wolves

Tracklist

  1. Down from here
  2. Alaska
  3. Into pieces
  4. Statement
  5. I'm not evil
  6. Running with insanity
  7. Ask me this
  8. Reconstruct my love
  9. We need fear
  10. Throw us to the wolves

Gesamtspielzeit: 35:31 min.

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User Beitrag
Forderung
2012-04-12 08:31:35 Uhr
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Spannend
2012-04-12 08:24:12 Uhr
Mann, wie mich dieses Möchtergern-Intellektuellengesülze nervt. Könnt ihr die Worte "spannend" und "unspannend" bitte endlich aus eurem Wortschatz streichen? Es nervt extrem und sagt über die Musik überhaupt nichts aus. Irgend ein Vollpfosten hat mal damit angefangen, weil es ihm zu peinlich war, Worte wie aufwühlend, bewegend oder ergreifend zu benutzen. Und jetzt plappern alle Hipster-Äffchen das munter nach, zu jeder Gelegenheit. Alleine in diesem Thread schon drei mal. Es nervt!
Smartypants
2012-04-12 00:45:28 Uhr
e56 = sdft

sdft
2012-04-12 00:42:03 Uhr
das ist mit abstand das unspannendste ihrer alben. weit weg von einer 8/10. meiner meinung nach eher sogar bloß die hälfte. kaum gute melodien, kaum gute momente. sehr halbgar.
Neighbourhood
2012-04-12 00:18:30 Uhr
Ich würde es zwar nie als schlecht bezeichnen, finde es aber doch arg langweilig. Für mich weit entfernt von einer 8/10
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