Tanlines - Mixed emotions

Tanlines- Mixed emotions

True Panther / Matador / Beggars / Indigo
VÖ: 23.03.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ein Thron für zwei

Julian Casablancas gebührt die Ehre. Schon vor knapp drei Jahren zerrte der Strokes-Sänger auf Solopfaden Tanlines aus dem Studio und als Vorband auf die Bühne. Für das New Yorker Duo der erste Schritt außerhalb der gewohnten Szene, in der sie dank guter Remix-Arbeit bereits einen hervorragenden Ruf genossen. Spätestens da war abzusehen, dass Eric Emm und Jesse Cohen, Ex-Mitglied von Professor Murder, mit ihrem neuen Projekt einen Nerv getroffen hatten. Einige Verzögerungen und eine EP später präsentieren Tanlines nun ihr Debütalbum "Mixed emotions".

Ein Titel, den man nicht wortwörtlich ins Deutsche übersetzen darf, denn gemischte Gefühle verschafft das Album keineswegs. Vielmehr zeigen Tanlines auf "Mixed emotions" von Beginn an, wie intelligente Tanzmusik heute zu klingen hat. Das eröffnende "Brothers" baut mit hypnotischem Rhythmus und mantra-artigem Gesang langsam Schwung auf. Anschließend führt "All of me" die ansprechende Mischung aus Indie, Electro und etwas Worldbeat auf tanzbares Terrain. Tanlines sind dabei stilvoll genug, um auf pumpende, aber plumpe Dancefloor-Beats zu verzichten. Bei den New Yorkern hat selbst ein nach vorne drängender Song wie "Green grass" eine majestätische Note, die zu gleichen Teilen auf dem sphärischen Sound und der zerbrechlich wirkenden Stimme von Eric Emm beruht.

"Mixed emotions" verlangt dem Hörer nie zu viel ab, ist aber auch weit von seichtem Hintergrundgedudel entfernt. Man merkt dem Album an vielen Stellen an, mit welch einer Liebe zum Detail seine beiden Erschaffer zu Werke gingen. So schusterten sie in "Laughing" einen verschobenen Rhythmus zusammen, bei dem trotzdem alle Körperteile ab den Zehenspitzen aufwärts mitwippen. Den Mittel- und Höhepunkt von "Mixed emotions" bildet aber wohl "Not the same", wo die poppige Melodieseligkeit der 1980er Jahre auf ein cleveres und mitreissendes Arrangement trifft.

Wenn mit "Nonesuch" noch eine etwas käsige Synthie-Ballade als Rausschmeisser kommt, ist die Schlacht längst gewonnen. Tanlines haben ein reifes und unterhaltsames Debüt auf die Beine gestellt, das seinen Weg auf zahlreiche Mixtapes und DJ-Plattenteller dieser Welt finden wird. Und wer weiß, vielleicht erzählt Julian Casablancas seinen Enkeln ja eines Tages am warmen Kaminfeuer die Geschichte, wie er damals Tanlines aus dem Studio ... ihr wisst schon.

(Mark Read)

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Highlights

  • Green grass
  • Not the same
  • Real life

Tracklist

  1. Brothers
  2. All of me
  3. Green grass
  4. Abby
  5. Yes way
  6. Laughing
  7. Not the same
  8. Lost somewhere
  9. Real life
  10. Rain delay
  11. Cactus
  12. Nonesuch

Gesamtspielzeit: 44:52 min.

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  • Tanlines (4 Beiträge / Letzter am 16.05.2012 - 14:32 Uhr)