The Skints - Part & parcel

The Skints- Part & parcel

Bombermusic / Broken Silence
VÖ: 16.03.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Euro-Reggaeschirm

Keine Nachrichtensendung ohne Meldung über Finanzhilfen. Egal ob es um Griechenland und die Euro-Rettung geht oder um Hilfe für Schlecker-Mitarbeiter, die leider die Hirngespinste ihrer Chefetage ausbaden müssen. Auch The Skints schlossen sich letztens dem Trend an und ließen sich finanziell unter die Arme greifen. Mit dem Unterschied, dass die Geldgeber die eigenen Fans waren. Die brachten über die Plattform pledgemusic.com freiwillig die nötige Kohle für die Produktion von "Part & parcel" auf, dem zweiten Longplayer der Reggae-Aufsteiger aus East London.

Die nötige Fanschar, die in nur elf Tagen die Finanzmittel heranschaffte, sammelte das Quartett als Vorband bekannter Kollegen wie Reel Big Fish, The Slackers oder Sonic Boom Six. Und das Ergebnis der Spendenaktion dürfte nicht nur die Geldgeber zufriedenstellen, sondern auch alle Freunde karibisch angehauchter Musik. The Skints brauchen nur wenige Sekunden, um im Opener "Rise up" einen lässigen Groove auf die Beine und ihr Händchen für Melodien und Vibes unter Beweis zu stellen. Die beiden Sänger Joshua Waters und Marcia Richards spielen sich nicht nur hier mit fast unerhörter Leichtigkeit die Bälle zu. Besonders Richards schmeichelt sich im weiteren Verlauf immer wieder charmant den Weg in die Gehörgänge frei, etwa in der Single "Rat-a-tat", dem romantisch-kecken "Ring ring" oder dem hypnotischen "Rubadub (Done know)". Die Backingband bedient indes alle Reggae-Facetten von schleppend bis tanzbodentauglich. Keine Frage, The Skints quillt das Talent aus allen Poren.

Ein Teil der Anziehungskraft von "Part & parcel" beruht auch auf der Fähigkeit der Band, Geschichten zu erzählen, ohne die ausgelutschten Reggae-Klischees wiederzukäuen. Ganja, Weed, Jah und Zion kommen auf dem Album, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Wichtiger sind andere Themen. Waters zeigt im gnadenlos eingängigen "Can't take no more", wie nachdenklicher Reggae mit Anspruch zu klingen hat. Problemlos schneidet die Band in "Live east die young" gesellschaftliche Fragen an oder serviert mit dem angesprochenen "Ring ring" und "Lay you down" völlig unkitschige Liebeslieder. "Part & parcel" ist ein vielseitiges und verblüffend reifes Album geworden, das selbst dem größten Reggae-Muffel zumindest ein anerkennendes Brummen abringen dürfte. Über den Sinn dieser Finanzhilfe kann es also wirklich keinen Zweifel geben.

(Mark Read)

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Highlights

  • Rise up
  • Rat-a-tat
  • Can't take no more
  • Rubadub (Done know)

Tracklist

  1. Rise up
  2. Rat-a-tat
  3. Can't take no more
  4. Live east die young
  5. Ring ring
  6. Lay you down
  7. SunnySunny
  8. Rubadub (Done know)
  9. Up against the wall
  10. Soundboy
  11. You better

Gesamtspielzeit: 44:14 min.