Lostprophets - Weapons

Lostprophets- Weapons

Epic / Sony
VÖ: 30.03.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Platzpatronen

So richtig Prügel haben die verlorenen Propheten im Laufe ihrer nun auch schon vierzehn Jahre währenden und mittlerweile fünf Studioalben umfassenden Karriere eigentlich noch nicht einstecken müssen. Zumindest im übertragenen Sinne. Abgesehen von der einen oder anderen schlechten Kritik und den üblichen Mainstream- und Sell-Out-Rufen einiger Fans, die die furiosen Anfangsjahre zu "The fake sound of progress"-Zeiten beibehalten wollten, haben die fünf Waliser angesichts von mehreren Millionen verkauften Tonträgern, zig Auszeichnungen und reichlich Edelmetall anscheinend doch mehr richtig als falsch gemacht. "Wer trifft, hat Recht", sagt man im Fußball. Ob das jetzt jedermanns Sache ist, sei mal dahingestellt.

Denn jetzt setzt es eine Tracht, die sich gewaschen hat. Kraftvoll platzierte Schläge voll auf die Zwölf und ohne Rücksicht auf Verluste. Rohe Gewalt und stumpfe Aggression. Doch nein, vom neuen, wenig friedlich mit "Weapons" betitelten Lostprophets-Album ist bedauerlicherweise nicht die Rede. Bestenfalls am Rande. Denn die Schläge, die Sänger Ian Watkins in bester Jack-Bauer-Manier im Videoclip zu ersten Single "Bring 'em down" einsteckt, hätten dem aktuellen Longplayer auch gut zu Gesicht gestanden. So startet beispielsweise eben jener Song recht vielversprechend, nur um dann im weiteren Verlauf nur noch zwischen 1980er-Hardrock und Incubus-Ballade vor sich hin zu plätschern. Das Muster wiederholt sich hier und da. Alles irgendwie ganz nett, aber gleichzeitig weder originell noch wahnsinnig nachhaltig.

Während Songs wie "Somedays" oder "Can't get enough" weiter das mehr oder weniger emotionale Balladenfeld beackern, werden zu "A song for where I'm from" nochmal die Gitarren gezückt und das Tempo angezogen. Das atmosphärische "A little reminder that I'll never forget" lebt von Groove und Refrain, "We bring an arsenal" vom Sprechgesang, "Jesus walks" von einer gewissen Leichtig- und Tanzbarkeit und "Better off dead" von seinem merkwürdigen Lalala-Refrain. Ein kantenloses Album zum unbeschwerten und verletzungsfreien Durchhören. Blutige Nasen holt man sich dann besser woanders.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Another shot
  • Jesus walks
  • A little reminder that I'll never forget

Tracklist

  1. Bring 'em down
  2. We bring an arsenal
  3. Another shot
  4. Jesus walks
  5. A song for where I'm from
  6. A little reminder that I'll never forget
  7. Better off dead
  8. Heart on loan
  9. Somedays
  10. Can't get enough

Gesamtspielzeit: 40:55 min.

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