Rachael Yamagata - Chesapeake

Rachael Yamagata- Chesapeake

Frankenfish / Soulfood
VÖ: 30.03.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schmerz lass nach

"Es liegt nicht an Dir, sondern an mir." "Meine Gefühle haben sich verändert." "Lass uns Freunde bleiben." "Du wirst jemanden finden, der viel besser für Dich ist." Und am schlimmsten: "Wir sollten uns mit anderen Leuten treffen." Nein, eine Beziehung zu beenden macht in den seltensten Fällen Spaß. Noch weniger, wenn man derjenige ist, von dem sich getrennt wird. Aber völlig egal, wer nun die Drecksarbeit übernimmt, es fühlt sich blöd an. Rachael Yamagata kann ein Lied davon singen, und einige sind auf ihren letzten beiden Alben "Happenstance" und dem Doppelwunderwerk "Elephants... Teeth sinking into heart" gelandet. Kaum jemand singt schöner vom Trennen und Verlassenwerden als Yamagata, und kaum jemand bemerkt es. Dass jetzt schon das dritte Album "Chesapeake" der mittlerweile 34-Jährigen erscheint, mag für einige eine Überraschung sein. Dass es sich um ihre bis dato hoffnungsvollste Scheibe handelt, ist aber eine noch viel größere.

Der Opener "Even if I don't" beginnt zwar mit den Worten "I miss you most in the morning / Most every morning", sein Herzschmerz bleibt aber dank des schnellen Schlagzeugs so gut wie im Verborgenen. Waren es gerade die ruhigen Stücke, die die ersten beiden Alben bestimmten und zu denen man in aller Ruhe mitheulen wollte, siegen auf "Chesapeake" Liebe und Hoffnung. Das merkt und hört man: Radiofreundliche Popsongs verdrängen die verschrobene Kratzbürste, die sich auf der zweiten Seite von "Elephants... Teeth sinking into heart" zeigte, sanfte Klänge weichen rhythmischen Melodien. "The way it seems to go" findet sich textlich mit einem vermeintlich negativen Schicksal ab und das auf eine so verspielte Weise, dass man sich fragt, wo in der Vergangenheit das Problem gewesen sein soll. "Miles on a car" sorgt dank Lap-Steel-Gitarre für wohliges Countryfeeling, "Saturday morning" hingegen ist geradezu perfekt für einen entspannten Frühlingstag im Freien.

Damit hier kein Missverständnis aufkommt: Nach wie vor besingt Yamagata den Trennungsschmerz in Reinform, bis das letzte Taschentuch aufgebraucht ist. So etwa auf der Popballade "You won't let me", in dem Piano und Cello für den nötigen Dramaeffekt sorgen, der in der Vergangenheit schon Songs wie "Reasons why" ein kleines Stückchen schöner machte. Die gleichen instrumentellen Helfer finden sich auch auf "Full on", das gehobener daherkommt, aber auch für mehr Kälte im Zimmer sorgt. "Dealbreaker" erinnert dank Yamagatas rauchigem Gesang und dem einprägsamen Refrain an "Happenstance" -Zeiten, während das aufmüpfige "Starlight" mit seinem dunklen Unterton in Begleitung der elektrischen Gitarre perfekt auf ihr Doppelalbum gepasst hätte. Wenn die Gute leidet, dann aber richtig. Und der Hörer leidet mit. Leider nur noch in Teilzeit. Dabei ist ihr schönstes Accessoire immer noch der Trauerflor.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Starlight
  • You won't let me
  • Miles on a car
  • Dealbreaker

Tracklist

  1. Even if I don't
  2. Starlight
  3. Saturday morning
  4. You won't let me
  5. Stick around
  6. Miles on a car
  7. The way it seems to go
  8. I don't want to be your mother
  9. Full on
  10. Dealbreaker
  11. It'll do (Bonus Track)
  12. Heavyweight (Bonus Track)

Gesamtspielzeit: 51:42 min.

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User Beitrag
Hartwig
2011-10-17 12:29:26 Uhr
Eine leichte Rückbesinnung war anhand der beiden Videos schon zu erwarten. Mir gefallen beide allerdings sehr gut (wie auch Happenstance), von daher stört mich das nicht unbedingt. Wäre schön, wenn das Album endlich mal bei mir ankäme. :(
Egon
2011-10-16 19:18:59 Uhr
Naja, ist doch eher unspektakuläre radiokompatible Popmusik.
Leatherface
2011-10-16 18:58:06 Uhr
Von der emotionalen Brutalität von "Elephants" ist die Neue leider weit entfernt. Klingt eher wie ein nachgereichtes Übergangswerk zwischen dem Debüt und "Elephants".
Hartwig
2011-10-14 18:48:46 Uhr
Anyone? Offenbar nur als Import zu bekommen, aber das sollte angesichts der Klasse des Vorgängers kein Hinderungsgrund sein. Zwei Videos für einen kleinen Eindruck: http://www.rachaelyamagata.com/?page=media
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