Hoobastank - Hoobastank

Hoobastank- Hoobastank

Island / Mercury / Universal
VÖ: 25.03.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Californication

Mit einem recht merkwürdigen Namen schmücken sich diese jungen Herren aus Agoura Hills, Kalifornien. Vor weiteren Band und Album betreffenden Skurilitäten muß sich bei Majordebüt von Hoobastank allerdings niemand fürchten. Vier Jahre nach der eigentlichen Premiere mit dem kompakten Titel "They sure don't make basketball shorts like they used to" wird die Band nun auch im fernen Europa erhört. Paßt ja auch ganz gut, in Zeiten, in denen Incubus zu etwas ganz Großem herangediehen sind. Mit denen waren Hoobastank denn auch Anfang diesen Jahres auf Tour. Aber auch sonst wird Sänger Doug Robb den Namen Brandon Boyd zwar öfter zu hören bekommen, als ihm lieb ist, sind doch die Parallelen zur Incubus-Stimme deutlich hörbar.

Wer jedoch beim knappen Umriß "Rap-Gesang an Bratzgitarren" direkt an Nu Metal denkt, urteilt nicht nur vorschnell, sondern irrt gleich zur Gänze: Hoobastank geben sich die größte Mühe, sich von den Kollegen mit den Stachelhalsbändern und den geschmackvollen Tattoos abzugrenzen. Und es gelingt: Die Platte schlägt nicht in die klischeebelastete "schwerekindheitgehabtundihrkönntmichallemal"-Kerbe, sondern umgeht sie mit der Geheimwaffe des weiten Blickfeldes.

Das selbstbetitelte Album liefert gleich mit dem Opener "Crawling in the dark" eine wahre Steilvorlage für hohe Erwartungen an die restlichen Minuten. Wäre dies jetzt ein dummer Werbetext, so würde die Singleauskopplung mit den Worten "ein Feuerwerk aus Dynamik, Spannung und Melodie" angepriesen. Aber wo Licht ist, fällt eben auch Schatten. Bei Stücken wie dem doch sehr klischeehaften "Pieces" fragt der verwunderte Hörer nämlich leider kaum noch nach Sonnenschein. Die Riffs wollen aggressiv sein, sind es aber nicht immer, und der sonst so liebe Doug erscheint auf einmal zorniger, als es glaubwürdig sein könnte.

Der Rest der Platte kickt jedenfalls nicht mehr ganz so großartig und benötigte vor allem etwas mehr Entschlossenheit. Lediglich mit dem poppig fließenden "Ready for you" könnte man noch den ein oder anderen Skeptiker hinter dem Ofen hervor locken. Ein Schuß in den besagten ist "Hoobastank" trotz des bisweilen eher beliebigen Gerockes nicht. Was zum Glück fehlt, ist lediglich das gewisse Quentchen Eigenständigkeit. Wenn Hoobastank nicht alsbald als eine von vielen, die mal auf einem Alternative-Sampler waren, untergehen, könnten die Kalifornier noch einiges in petto haben. Und das hätte dann bestimmt auch den ewigen Vergleich nicht mehr nötig.

(Laura Scheiter)

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Highlights

  • Crawling in the dark
  • Running away
  • Ready for you

Tracklist

  1. Crawling in the dark
  2. Remember me
  3. Running away
  4. Pieces
  5. Let you know
  6. Better
  7. Ready for you
  8. Up and gone
  9. Too little too late
  10. Hello again
  11. To be with you
  12. Give it back

Gesamtspielzeit: 39:03 min.

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