Concrete Blonde - Group therapy

Concrete Blonde- Group therapy

Manifesto / EFA
VÖ: 25.03.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Haarersatz

Wer waren noch mal gleich Concrete Blonde? War das nicht die Truppe, die mittels des "Hey-yeah-yeah-yeah" aus "What's up" die ultimative Gröhvorlage für so manche laue Sommernacht der frühen Neunziger sorgte? Nein, die Betonblondinen waren zwar auch ein reinrassiges One-Hit-Wonder, deren Hit hieß allerdings "Joey" und war nicht ganz so überpräsent. Mit den 4 Non-Blondes um Linda Perry verband die reformierten Post-Punker aber nicht nur dies, sondern auch das Sandpapier der Stimme von Johnette Napolitano und die Neigung zu dezentem Stadionrock.

Und nun melden sie sich also mit "Group therapy" wieder zurück, und dies auch noch in Originalbesetzung. Wer hat da gerade "überflüssige Reunion" gerufen? Gönnt man etwa altgedienten Musikern etwa die Rente nicht mehr? Allzuviel beiseite legen konnten die drei New Yorker jedenfalls nicht. Grund zur Klage bietet denn leider auch das Comeback-Album. Ganz am Anfang zum Beispiel. Das zuckerkranke "Roxy" soll wohl an den eigenen Übersong anknüpfen, holt sich aber trotz netter Spielereien an der Feedbackgitarre nur ein paar löchrige Zähne. Daß man mit solchen nicht mehr wirklich gut zubeißen kann, zeigt sich im darauf folgenden "Violent". Das ist nicht mehr als passierte Kost.

Interessanter wird es da schon, wenn Napolitano sich wie in "Your llorona" an ihre Vorliebe für mexikanische Klänge erinnert oder in "Angel" einen zerbrechlichen Vamp gibt. Auch das sanft schunkelnde "When I was a fool" oder "True, part III" setzen eigene Stärken besser in Szene. Wenn dann in "Tonight" endlich die kratzigen Holprigkeiten der späten Siebziger wach werden oder ein düsterer Groove den Boden für das verhallte Mantra von "Inside/outside" bereitet, fühlt man sich sogar angemessen auf die breitbeinigen Gitarren von "Fried" vorbereitet. Statt Zorn findet man dort allerdings eher spleenige Einsichten. 1990 bereits sang Napolitano "Joey, I'm not angry anymore". Dank Faltencreme und Altersweisheit merken dies zwar auch alle Nicht-Joeys, aber für ein paar gepflegte Anachronismen hat der geneigte Hörer schließlich immer Zeit.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Tonight
  • Inside/outside
  • Angel

Tracklist

  1. Roxy
  2. Violent
  3. When I was a fool
  4. True, part III
  5. Tonight
  6. Valentine
  7. Your llorona
  8. Take me home
  9. Inside/outside
  10. Fried
  11. Angel
  12. Memory

Gesamtspielzeit: 65:13 min.

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