New Model Army - Lost songs

New Model Army- Lost songs

Attack Attack / Zomba
VÖ: 18.02.2002

Unsere Bewertung: Ohne Bewertung

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The ghost of cache

"Die Lyrics, die Aussagen, das ist bei uns wichtiger als die Musik", stellte Justin Sullivan bereits 1993 fest. Damals mußte einem als Fan von New Model Army nicht bange werden, denn die Songwriter Sullivan und Rob Heaton sorgen auf "The Love of hopeless causes" für den gewohnten Army-Drive. Doch der verlor mit den beiden folgenden Alben "Strange brotherhood" und vor allem "Eight" heftig an Fahrt und die Band mit dem Ausstieg von Heaton eine wichtige Stütze. Die New Model Army erscheint musikalisch nur noch als ein Schatten früherer Tage, ein politischer Anachronismus in Zeiten eher unpolitischer Jugendlicher.

Und nun kommt also mit "Lost songs" die Fortsetzung der '94er B-Seiten-Kollektion in diesmal zweifacher Silberling-Ausführung mit den Single- Rückseiten sowie zehn weiterer unveröffentlicher Demos aus Sullivans Verstecken. Irgendwie riecht dies verdächtig nach grassierender Ideenlosigkeit und dem Ausverkauf vor dem finalen Rettungsschuß. Doch so einfach ist es nicht, denn Sullivan & Co. ist durchaus bewusst, daß sie mit den "Lost songs" keine neuen Fans hinter dem Ofen hervorlocken können. Daher bieten sie ihren Fans zumindest Quantität, wenn die Qualität auch manchmal arg leidet: Doppel-CD zum Einfach-Preis, schönes Artwork im Aufklapp-Digipack und ausführliche Liner-Notes zu jedem der 22 Lieder. Das ist löblich. Weniger lobenswert hingegen sind solche musikalischen Aussetzer wie "Sunset", "Burning season", "If you can save me" oder "Coming up", die sich nie so ganz zwischen den klassischen Army-Polen Rock, Folk-Punk oder Akustik-Ballade entscheiden können. Das wirkt unfertig, nur Skizzen von Songs.

Doch auch auf "Lost songs" gibt es sie - die knisternden, magischen Momente, in denen sich der Fan um ein Jahrzehnt zurückversetzt fühlt: "Song to the men of england" besticht mit einer klasse Istrumentierung, gebastelt um die interessante Bassdrum von Heaton und eine markante Bläsernsektion. "Falling" und besonders "Knive" mit seinem knackigen Baß sind Uptempo-Rocker ganz im Stil von "Here comes the war" oder "White coats", aus der stärksten zeit der Army. Und so zeigt der Blick auf die Liner-Notes, daß fast alle Highlights von 1991 bis '94 stammen. Hat man geahnt, irgendwie.

(Daniel Löb)

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Highlights

  • Song to the men of england
  • Falling
  • Knive

Tracklist

  • CD 1
    1. Brother
    2. Sunset
    3. Southwest
    4. Song to the men of england
    5. Refugee
    6. Higher wall
    7. Far better thing
    8. Rainy night 65
    9. Caslen
    10. BD7
    11. F(Sharp)NY
    12. See you in hell
  • CD 2
    1. Freedom 1991
    2. Wanting
    3. Still here
    4. If you can't save me
    5. Falling
    6. Trees in winter
    7. Knife
    8. Burning season
    9. Coming up
    10. Over the wire (French remix)

Gesamtspielzeit: 87:29 min.

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