Do Make Say Think - & yet & yet

Do Make Say Think- & yet & yet

Constellation / Indigo
VÖ: 18.03.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Flugschüler

Daß etwas nach dem Rock kommt, wissen wir ja nicht erst seit Chicago uns eine Merkwürdigkeit nach der anderen servierte. Die Silbe "Post" schwebte immer wieder umher, wenn Tortoise oder The Sea And Cake sich von lästigen Strukturen und anderen popmusikalischen Zwangsjacken befreiten. Mit Briefkästen und Nachporto hatte dieser Post-Rock aber immer genauso wenig zu tun wie mit Hymnen und Rockismen. In letzter Zeit tanzt nun auch zunehmend das avantgardistische Potential von der anderen Seite der großen Seen auf der Nase der alten Dame Rock.

Während Godspeed You Black Emperor! und A Silver Mt. Zion von Montréal aus die Apokalypse herbeigeigen, gehen die Constellation- Labelkollegen Do Make Say Think aus Toronto ein paar andere, ebensowenig ausgelatschte Pfade. Mit "& yet & yet" kredenzen sie uns nun ihre dritte Interpretation zukunftsfähigen Musikschaffens. Statt ausladender Endzeitstimmung findet man hier quietschende Echos und fröhlich pfeifende Röhrenverstärker. Die Klangverästler berufen sich zwar auf Freejazzer John Coltrane als Vorbild, aber als für das Bandselbstverständnis mindestens genauso wichtig entpuppt sich Metallicas "Master of puppets".

Doch statt sich in enge Lederhosen gezwängt gegenseitig die Tattoos zu zählen, dröhnt hier kein stumpfes Riff breitbeinig in Richtung Zwölf. Vielmehr werden den Soundkonstruktionen hier fleißig Wurzeln gezogen, während die Arrangements Ableitungen und Tangenten errechnen. Die Formeln, die den gerade mal sieben Eskapaden wie "Classic noodlanding" oder dem ominös betitelten "Reitschule" zugrunde liegen, erschließen sich aber auf keinem der ersten drei Blicke. So findet man tänzelnde Becken, die um schlurfende Akkordik herum flattern, und ein verlorenes Gebläse, das sich von gefächerten Synthesizern anlocken läßt. Nebenbei postuliert man mal eben das "End of music", während irgendwo in der Ferne die Gitarre nervös am Lautstärkeregler fummelt. Unter all dem synkopierten Geflirre will man eben doch noch Rockband sein. Bitte schön.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • End of music
  • Reitschule
  • Soul and onward

Tracklist

  1. Classic noodlanding
  2. End of music
  3. White light of
  4. Chinatown
  5. Reitschule
  6. Soul and onward
  7. Anything for now

Gesamtspielzeit: 48:58 min.

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