Anti-Flag - The general strike

Anti-Flag- The general strike

SideOneDummy / Cargo
VÖ: 16.03.2012

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

We are the 60 %

Bei Anti-Flag war man bisher stets auf der sicheren Seite. Man wusste schon vor den ersten Klängen, was man erwarten durfte und wurde letztlich auch nicht enttäuscht. Die Verlässlichkeit des Punkrocks quasi. "The general strike" ließ nach Vorgängern wie "Die for the government", "Underground network", "The terror state", "For blood and empire" oder "The people or the gun" nicht nur aufgrund des erneut martialisch und bedeutungsschwanger anmutenden Titels Ähnliches vermuten. Doch irgendwie wurde daraus nichts. Zumindest, was den ersten und zweiten Eindruck angeht.

Die 13 neuen Tracks wirken zunächst wie ein hektisch, lieb-, ambitions- und konzeptlos auf 27 Minuten zusammen geklatschtes Irgendwas. Überspitzt gesagt: Wie ein berechnender Schnellschuss als musikalischer Wegbegleiter der aktuellen Occupy-Bewegung. Erfreulicherweise bestätigt sich der Anfangsverdacht spätestens nach dem dritten Umlauf nicht. Plötzlich fügt sich alles irgendwie zusammen. Anti-Flag sind nach wie vor die alte verlässliche Größe. Man ist fast schon geneigt, sich bei Justin Sane und seinen Mannen zu entschuldigen.

"Get up / Your voices are needed!", knallen einem die Herrschaften in "The ranks of the masses rising" um die Ohren. Wuchtig schallt es aus den Boxen. Während die eine Hand zur Faust geballt gen Himmel gereckt wird, kratzt man sich mit der anderen am Hinterkopf und fragt sich selbst, wie man die eingebaute Singalong-Garantie bei den ersten beiden Durchgängen überhören konnte. Plötzlich brüllt man "Disaster do it again" aus "The neoliberal anthem" lauthals und in der Tat beinahe hymnengleich mit. Gleiches gilt für den peitschenden Refrain des dreckigen "I don't wanna". Die Jungs funktionieren auch nach knapp zwanzig Jahren immer noch bestens, zumindest in etlichen Songs. Sei es das kratzige und vom Arrangement her stark an Hot Water Music erinnernde "1915", das groovige "This is the new sound", die von Ignoranz und Respektlosigkeit erzählende Hardcore-Nummer "Bullshit opportunities" oder der mitreißende Refrain eines "Broken bones": Anti-Flag verpacken ihre Geschichten, Anklagen und Aufrufe schnörkellos - oder man könnte auch kritischer sagen "solide" - in ihren scheinbar ewig jungen Mix aus politischem Engagement und fesselndem Punkrock. Auch wenn dieses Mal aller guten Dinge seltsamerweise drei waren.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • 1915
  • The ranks of the masses rising
  • Broken bones

Tracklist

  1. Controlled opposition
  2. The neoliberal anthem
  3. 1915
  4. This is the new sound
  5. Bullshit opportunities
  6. The ranks of the masses rising
  7. Turn a blind eye
  8. Broken bones
  9. I don't wanna
  10. Nothing recedes like progress
  11. Resist
  12. The ghosts of Alexandria

Gesamtspielzeit: 27:16 min.

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