Hooray For Earth - True loves

Hooray For Earth- True loves

Memphis Industries / Indigo
VÖ: 02.03.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Gewichtschweber

Gut Ding will Weile haben. Seit ihren Anfängen, die bis ins Jahr 1996 zurückzuverfolgen sind, haben Hooray For Earth abgesehen von zwei EPs nicht viel von sich hören lassen. 2011 erschien die Single "True loves" und kündigte das gleichnamige Album an, was bei den wenigen Menschen, die die Band kannten, Stürme der Begeisterung hervorrief. Nun wird das Album endlich auch in Deutschland veröffentlicht. Ob es die New Yorker Band ihrem Geheimtippstatus entreißen und ihr zum Durchbruch verhelfen kann, bleibt abzuwarten. Zu wünschen wäre es ihnen, denn "True loves" ist vor allem eins: groß.

Produzent Chris Coady, der auch für Blonde Redhead, TV On The Radio oder die Yeah Yeah Yeahs an den Reglern saß, erschafft gemeinsam mit dem Quartett sphärische Klangwelten, die deutlich an Arcade Fire und MGMT erinnern. Schwere, massige Beats treffen auf luftige Melodien und wirken trotz aller Breite irgendwie schwerelos. Dazu ordentlich Hall und Chöre aus der Ferne - das ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind. Der Multiinstrumentalist Noel Heroux ist das Zentrum und Mastermind von Hooray For Earth und hat schon im Jahr 2004 angefangen, auf dieses Album hinzuarbeiten. Während dieser Zeit entschloss er sich, von Boston nach New York zu ziehen und sich dort dem Synth-Pop und -Rock der 1980er und 90er zu verschreiben.

Das Quartett kredenzt mit "True loves" ein Sandwich: Die besten Songs finden sich in der Mitte der Platte. In- und Outro sind zwar überzeugend, Stücke wie der Titeltrack oder "Hotel" stechen aber deutlich heraus, weil sie unglaublich vielschichtig sind. Perfekt durchdachte Pop-Nummern, die sich bei Indie und Industrial bedienen und auch vor Dance- und Psychedelic-Einflüssen nicht zurückschrecken. "This time, no love is what I need" - warum auch? "No love" auf den Ohren drängt alle anderen Bedürfnisse in den Hintergrund. Es ist die brachiale Wucht, mit der solche Songs ihre Hörer betäuben, die süchtig macht. Die quälend lange Zeit, bis der Refrain wieder losgeht, die Vorfreude darauf, alles explodieren zu hören. Hooray For Earth haben ein Händchen für Spannung und Dramatik, ein bisschen pathetisch sollte es auch werden, aber bloß nicht den Kontakt zum Boden verlieren!

"True loves" ist eines dieser Alben, die mit jedem Hören besser werden. Und diese Entwicklung dauert hier außergewöhnlich lange. Wer die Band für sich entdecken will, sollte sich Zeit nehmen - und wird sich bald nicht mehr satthören können. Immer wieder fallen neue Details auf und die Musiker scheinen sich nicht so recht sicher zu werden, ob sie streicheln oder zerstören wollen. Gerne lassen die vier Herren ihre Muskeln spielen, aber hinter der harten Schale verbirgt sich ein filigran geschnitzter Kern. Liebe ist leise? Von wegen!

(Konrad Spremberg)

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Highlights

  • True loves
  • Hotel
  • No love
  • Bring us closer together

Tracklist

  1. Realize it's not the sun
  2. Last minute
  3. Sails
  4. True loves
  5. Same
  6. Hotel
  7. No love
  8. Bring us closer together
  9. Pulling back
  10. Black trees

Gesamtspielzeit: 40:53 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Jeremy Pascal
2013-01-15 00:59:15 Uhr
Ich sage inzwischen sogar 09/10.
Schade, dass die hier so untergegangen sind.

Und auf "Black Trees" dürften Beach House vedammt neidisch sein.

Anyone?
Jeremy Pascal
2012-10-03 01:16:15 Uhr
Besser zu spät als nie...

Sehr, sehr gutes Album irgendwo zwischen MGMT, Arcade Fire und Shoegaze, eingängig, aber nie nach "Hit" schreiend, die Produktion macht es dann noch besser.
Mindestens 08/10 und eines der besten Alben dieses Jahr, möchte ich behaupten...
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