The Ting Tings - Sounds from Nowheresville

The Ting Tings- Sounds from Nowheresville

Columbia / Sony
VÖ: 24.02.2012

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Null zu null

Eigentlich können The Ting Tings ja nur gewinnen. Ihr Debüt aus dem Jahre 2008, "We started nothing", war ein buntes, flapsiges Debüt, mit großer Klappe und proppenvoll. Mit Hits und potenziellen Singles. Aber jetzt, vier Jahre später, erwartet niemand mehr ernsthaft große Dinge. Der zwischenzeitlich veröffentlichte Song "Hands" war öde, die Vorabeindrücke von "Sounds from Nowheresville" überzeugten auch nicht restlos. Die ewige Mär vom "schwierigen zweiten Album" wollen wir an dieser Stelle nicht aufrollen, aber irgendwie kommt's hin. Der Biss fehlt, die coolen Melodien auch. The Ting Tings klingen trockener, reduzierter, inspiriert von HipHop und sonstigen Urbanitäten. Doch irgendwie wirkt "Sounds from Nowheresville" viel zu bemüht, gekünstelt. Eben gar nicht locker aus der Hüfte.

Wo sind die flockigen Pop-Hymnen hin? Das freche Augenzwinkern, das Stücke wie "That's not my name" oder "We walk" ausmachte, ist einer breitbeinigeren Gesamthaltung gewichen, The Ting Tings kippen auf circa fünf der zehn Songs ins Muckerhafte, bleiben lyrisch jedoch immer an der Oberfläche. Dabei funktionieren die Lieder für sich genommen größtenteils, nur auf Albumlänge, zehn in einer Reihe, zeigen sich sehr bald Ermüdungserscheinungen. Die Melodien wurden größtenteils eingespart, bis lediglich ein klappriges Rhythmus-Skelett übrig bleibt. So ist beispielsweise "Guggenheim" karg und furztrocken, leider auch ohne den Charme, von dem Katie White und Jules De Martino einst noch profitierten. Solange man damit Werbefilmchen unterlegen kann, spielt Charme wohl keine Rolle mehr. Sei's drum.

The Ting Tings' größte Leistung auf "Sounds from Nowheresville" ist es, sämtliche verschiedene Stile so zu kreuzen, dass am Ende alles gleichförmig klingt. Auch der gutgemeinte Ska-Versuch "Soul killing" verblasst und zerrt nach kurzer Zeit an den Nerven. Dass The Ting Tings ihren eigentlich geschickten Sinn für eingängige Hits nicht gänzlich verloren haben, beweisen vor allem zwei Songs, die für die Zukunft Hoffnung machen: "One by one" hätte auch auf dem Debüt eine gute, glitzernde Figur gemacht, während "Day to day" nach Natasha Bedingfield oder Natalie Imbruglia klingt. Und das im durchaus positiv gemeinten Sinn. Dennoch bleibt ein fahler, pappiger Beigeschmack: Auf diesem Album hört man eine Band über ihre eigenen Erwartungen stolpern. Eigentlich können The Ting Tings nur gewinnen? "Sounds from Nowheresville" klingt eher nach einem drögen null zu null.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • One by one
  • Day to day

Tracklist

  1. Silence
  2. Hit me down Sonny
  3. Hang it up
  4. Give it back
  5. Guggenheim
  6. Soul killing
  7. One by one
  8. Day to day
  9. Help
  10. In your life

Gesamtspielzeit: 34:08 min.

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