SoKo - I thought I was an alien

SoKo- I thought I was an alien

Warner
VÖ: 02.03.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Eis ohne Stil

Glaubt man Douglas Adams und seinem Bericht über die zweitschlechteste Dichtkunst des Universums, so starben während der Rezitation des Gedichts "Ode an einen kleinen, grünen Kittklumpen, den ich eines Sommermorgens in meiner Achselhöhle fand" vier Zuhörer an inneren Blutungen, und der Präsident des mittelgalaktischen Kunstklaubeirats kam nur deswegen mit dem Leben davon, weil er sich eines seiner Beine abknabberte. Ganz so schlimm geht es bei SoKo nicht zu, doch fasst man sich an der ein oder anderen Stelle schon an den Kopf.

Wer aber ist überhaupt SoKo, die mit bürgerlichem Namen Stéphanie Sokolinski heißt? 2007 verzauberte sie mit ihrem kindlich-eifersüchtigen Song "I'll kill her" (sprich: "Ei'l kiel 'ör") ihre Hörer. Falls man denn überhaupt mit einem Song, der eine Tötungsabsicht ausspricht, bezaubern kann. Vor allem ihr französischer Akzent in Verbindung mit einem recht unmelodiösen Gesang sorgten für sympathische Abwechslung. Auch auf ihrem ersten Album hält sie an diesem Erfolgsrezept fest. So säuselt sie sich über liebliche Folk-Stücke, was durchaus nett anzuhören ist.

Problematisch ist die Monothematik. So ziemlich alles dreht sich um unerfüllte Liebschaften. Nicht dass nicht schon großartige Platten nur über dieses Thema geschrieben wurden. Nur verpackt SoKo es in reichlich einfache Texte, sodass es oftmals wie das vertonte Tagebuch einer missverstandenen 17-Jährigen klingt. Das ist manchmal ganz süß, auch musikalisch, zum Beispiel wenn SoKo hier mal zu Tempowechseln ansetzt oder dort mal eine Geige erklingt, wie in "We might be dead tomorrow". Doch meist fühlt man sich an Danny Glovers Standardspruch aus Lethal Weapon erinnert: "I am too old for this shit."

"You will discover me through my songs / Learn my heartbreaks and fears and depression / Hear all the cracks and the lack of talent / And I hope that you don't hate me by then." So lauten die ersten Textzeilen des Albums. Und nein, hassen tun wir SoKo sicherlich nicht. Schließlich sind Lieder wie "First love never die" absolut hörenswert. Allerdings wirken einige Tracks derart naiv, dass man ihr ein Eis spendieren und sagen möchte: "Alles wird gut." Oder um es in Douglas Adams' Worte zu fassen: "Don't panic."

(Marco Wedig)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • We might be dead tomorrow
  • First love never die

Tracklist

  1. I just want to make it new with you
  2. I thought I was an alien
  3. People always look better in the sun
  4. We might be dead tomorrow
  5. No more home, no more love
  6. For Marlon
  7. First love never die
  8. Treat your woman right
  9. How are you
  10. Don't you touch me
  11. Destruction of the disgusting ugly hate
  12. Happy hippie birthday
  13. I've been alone too long
  14. Why don't you eat me now
  15. You have a power on me

Gesamtspielzeit: 48:58 min.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

  • SoKo (15 Beiträge / Letzter am 25.02.2010 - 00:01 Uhr)

Anhören bei Spotify