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Teenage Fanclub & Jad Fair - Words of wisdom and hope

Teenage Fanclub & Jad Fair- Words of wisdom and hope

Geographic / Zomba
VÖ: 04.03.2002

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bügelfalten

Nach drölf Alben und über ibzig Songs mit fast gleichem Schema beweisen Teenage Fanclub einmal den Mut zur großen Veränderung. Immerhin, so etwas ist ja nach einem Dutzend Jahren durchaus zu begrüßen. Doch mußten die englischen Schrammelhelden sich gleich den eigenen Kopf abschlagen - respektive Sänger Norman Blake Stimmverbot geben - und stattdessen die Ausgeburt des professionellen Nicht-Gesangs, die amerikanische Nölsuse Jad Fair, hinter das Mikro zwängen? Gut, der monoton und nicht selten auch lustlos klingende Blake war ja noch nie der Party-Stimmungsclown der Band, aber Jad Fair geht mit seinem nörgeligen Sprechgesanggemisch einfach nur kontinuierlich auf den Zeiger.

Und das ist eigentlich recht schade, denn Teenage Fanclub machen musikalisch auf drei Vierteln der Scheibe da weiter, wo sie nie aufgehört hatten weiterzumachen: schrammeliger Gitarrenpop der Kissenschlacht-Art. Schlägt bisweilen zu, tut aber niemals aua. Geht an einem vorbei wie ein Porsche mit Elektro-Motor. Will laut, sportlich und manchmal auch mindestens mid-tempo sein, ist es aber nicht. Bisher taugten die Elaborate der Briten noch immer als leise Untermalung beim Hemden bügeln oder Toilette putzen. Doch wenn dann das uninspirierte Gestammel von Jad Fairs permanent das mit dem weichen Farfisa-Orgelsound verschmelzende akustische Gezupfe der Gitarren stört, wird das Bügeleisen augenblicklich vor Wut zu heiß und läßt von den Polyester-Hemdchen nur noch zusammengeschrumpelte Häufchen übrig. Auch der Klolappen reißt den Putzenden sofort vor Furcht mit in die Untiefen der städtischen Abwasserentsorgung. Peinlich wird die Kollaboration vor allem dann, wenn Jad Fair, der schon Ende der siebziger Jahren mit seinen Half Japanese herumkrakelte, moderne Elemente in seinen Singsang einbaut. "Yeah, yeah" schallt es in "Power of your tenderness" entgegen, und man rollt elegant vor Lache über den Teppich, wenn man sich den alten Haudegen mit unter dem Popo festgebundener Hose, Goldkettchen und grellem Käppi vorstellt.

Doch es gibt tatsächlich drei hörbare Ausnahmen: "Near to you" überrascht mit einem richtig harten Riff im Refrain, "Crush on you" schlägt mit seinen Feedback-Einlagen und dem prägnanten Baß die Brücke zwischen späten Spacemen 3 und Ned's Atomic Dustbin - wobei hier Jad Fairs Stimme sogar absolut passt. Und "Love's taken over" kommt mit einem lockeren Drumsound und Glockengebimmel derart knusprig daher, daß es in der gleichförmigen Langeweile der letzten halben Stunde von "Words of wisdom and hope" einfach raussticht. Die im Titel versprochene Weisheit älterer Herren dagegen sucht man in den über 50 Minuten vergeblich. Es bleibt allerdings die Hoffnung, daß diese Zusammenarbeit nur ein temporäres Mißgeschick war und wie ein lästiger Schnupfen vorübergeht.

(Daniel Löb)

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Highlights

  • Smile
  • Crush on you
  • Love's taken over

Tracklist

  1. Behold the miracle
  2. I feel fine
  3. Near to you
  4. Smile
  5. Crush on you
  6. Love will conquer
  7. Power of your tenderness
  8. Vampire's claw
  9. Secret heart
  10. You rock
  11. Love's taken over
  12. The good thing

Gesamtspielzeit: 53:23 min.

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