Wino & Conny Ochs - Heavy kingdom

Wino & Conny Ochs- Heavy kingdom

Exile On Mainstream / Soulfood
VÖ: 27.01.2012

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Leiser zu zweit

Umtriebig war Scott Weinrich schon immer, mittlerweile muss man ihn wohl einen Workaholic nennen. Seit er sich von Drogen und Alkohol verabschiedet hat, ist der Mann ein nie versiegendes musikalisches Füllhorn. Andere Leute fühlen sich mit einer Band ausreichend ausgelastet, Weinrich hingegen hat Anfang 2012 gleich derer drei: Premonition 13, Saint Vitus und Shrinebuilder. Und ein paar Soloalben hat er zwischendurch auch veröffentlicht. Eigentlich ist es also wenig überraschend, dass der Mann sich nun auch für anderweitige Kooperationen ein wenig Zeit nimmt.

Die Geschichte hinter "Heavy kingdom" ist nicht besonders spektakulär, soll aber trotzdem kurz erwähnt werden. Kennengelernt haben sich Weinrich und Ochs 2010 während der Tour zu Wino Soloplatte "Adrift", die Ochs nicht nur als Support, sondern auch als Busfahrer begleitete. Die beiden Musiker konnten allerdings auch nach Feierabend nicht von ihren Gitarren lassen, und so entstanden zwischen Equipment packen und der Fahrt in die nächste Stadt die ersten gemeinsamen Songs. Wohlgemerkt, die Songs auf "Heavy kingdom" sind allesamt gemeinschaftliche Kompositionen, die Rollen ziemlich gleich verteilt. Meist kommen die beiden mit zwei Akustikgitarren und ihren Stimmen aus, ab und zu verliert sich ein weiteres Instrument in die Songs.

So richtig weit weg vom Doom kommt Weinrich auf "Heavy kingdom" allerdings trotzdem nicht. Denn Songs wie der Opener "Somewhere nowhere" sind im Prinzip Doom in möglichst reduzierter Form und ganz anderer Aufbereitung. Das Riff wird zum vorsichtigen Zupfen, die Langsamkeit definiert sich durch den schleppenden Gesang. Mehr braucht es nicht. Eher im Gegenteil: Am meisten beeindrucken Weinrich und Ochs in den kürzeren der elf Songs. In zweieinhalb Minuten bringt der Titeltrack alles auf den Punkt, was an Doom Metal heavy und an Folk so berührend ist. Melodie und Schwere halten sich die Waage, aus dem Duettgesang entblättern sich die schönsten Harmonien.

Im Vergleich zum Wino-Vorgänger "Adrift" ist "Heavy kingdom" noch einmal ein ganzes Stück leiser und nachdenklicher, aber auch noch ein wenig unmittelbarer. Das trifft sowohl auf die schlichten und grazilen Eigenkompositionen zu als auch auf die geschmackssichere Coverversion von Townes van Zandts "Highway kind". Wem diese Nähe zu viel ist, der wartet vielleicht lieber auf die Platten von Saint Vitus und Shrinebuilder. Wer sich trotz Doom-Vorliebe nicht scheut, auch mal auf Schlagzeug und (weitestgehend) E-Gitarre zu verzichten, dem sei "Heavy kingdom" allerdings wärmstens empfohlen.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Heavy kingdom
  • Vultures by the vines
  • Highway kind

Tracklist

  1. Somewhere nowhere
  2. Heavy kingdom
  3. Dust
  4. Vultures by the vines
  5. Dark ravine
  6. Traces of blood
  7. Heavy kingdom jam
  8. Highway kind
  9. Dead yesterday
  10. Here comes the siren
  11. Labour of love

Gesamtspielzeit: 38:26 min.