Dionne Bromfield - Good for the soul

Dionne Bromfield- Good for the soul

Island / Universal
VÖ: 03.02.2012

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Mittlere Reife

Was geht denn bitte mit Plattentests.de? Besprechen die hier wirklich das Album einer frisch gebackenen 16-Jährigen, die auch schon der Gala ein Interview gegeben hat und im Sat.1-Frühstücksfernsehen aufgetreten ist? Ja, machen sie. Das ist natürlich ein hanebüchener Versuch, die Bravo-Leserschaft auf unsere Seite zu ziehen und Klickzahlen zu generieren. Und natürlich ist Dionne Bromfield nur deshalb im Gespräch, weil sie das Patenkind ihrer Mentorin Amy Winehouse ist. Klar. Und natürlich haben wir uns schon lange erträumt, jugendmagazinlike über echt richtige Teenies zu schreiben, von Geheimnissen vor Schulkameraden, und wann sonst hätte wohl ein Kichern in den Text gepasst: Hihihi. Alles gequirlter Käse.

Bromfield veröffentlicht mit ihren 16 Jahren ihr zweites Album - und sicherlich hilft es ihr, musikalische Früherziehung und Support durch ihre inzwischen verstorbene Patentante erhalten zu haben, was sich zweifelsfrei in den Songs "Foolin'" oder "If that's tha way you wanna play" widerspiegelt. Nichtsdestotrotz muss sich ihre Arbeit mit Produzent Paul O'Duffy auf "Good for the soul" nicht hinter anderen Nu- und Neo-Soulkünstlerinnen verstecken. Bromfield hat zwar noch eine junge, aber schon sehr markante, kräftige und durchaus soulige Stimme. Sie bezeichnet sich selbst noch als richtigen Teenie und weiß auch, dass ihre Texte noch keine große Songwriterkunst sind und sein können.

Dass die Texte entstanden sind, als sie 14 war und es unter anderem um Schmachtereien einer Freundin für den coolen Jungen aus einer höheren Klasse geht, sollte nicht abschrecken. "Good for the soul" ist eben kein tiefschürfendes, sondern ein fluffiges Album. In "Too soon to call it love" warnt sie davor, das erste Verliebtsein mit der großen Liebe gleichzusetzen und ergänzt im Interview, man müsse schon Höhen und Tiefen gemeinsam durchgemacht haben, um von Liebe zu sprechen. So reif ist Avril Lavigne bis heute nicht.

Durch "A little love" und "Move a little faster" geistert 60s-Uptempo-Soul mit Motown-Einschlägen, und in den orchestrierten und bläserkreuzenden Soulnummern sind musikerzieherische Reminiszenzen an Dionne Warwick, Dusty Springfield oder The Temptations klar erkennbar. "Yeah right" hebt das Antrainierte ins aktuelle Jahrtausend, spielt mit Funk, integriert das Piano, und die choralen Backgroundvocals leben in Eintracht mit dem Handclap-Takt. Schief gerät das Album nur dann, wenn die Tracks wie in "In your own world" und "Remember our love" gefährlich Richtung Castingshow-Soul und Nachwuchs-R'n'B steuern und die Produktion die Songs überfüttert. Der Titeltrack und die Hammond-Sounds im brassigen Groove von "Time will tell" beweisen aber: In die Riege von Jordin Sparks & Co. gehört Bromfield bei aller Jugendlichkeit nicht hin. Ehrlich und positiv gemeint: Da ist noch Luft nach oben.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Yeah right
  • Good for the soul
  • Time will tell

Tracklist

  1. Yeah right
  2. Good for the soul
  3. Sweetest thing
  4. Foolin'
  5. Too soon to call it love
  6. Ouch that hurt
  7. If that's tha way you wanna play
  8. A little love
  9. Time will tell
  10. Get over it
  11. Remember our love
  12. In your own world
  13. Don't make it true
  14. Move a little faster

Gesamtspielzeit: 49:27 min.