AC Acoustics - O

AC Acoustics- O

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 18.03.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Sucker love

Brian Molko hält große Stücke auf sie. AC Acoustics seien die meistunterschätzte Band, die je in Großbritannien Platten aufgenommen habe. Und er denkt dies aus gutem Grund. Paul Campion, Kopf des Fünfers aus Glasgow, hatte ihm damals bei der Komposition von "Every you every me" unter die Arme gegriffen und so einen nicht unentscheidenden Teil zum Durchbruch von Placebo beigetragen. Songs schreiben kann Campion also. Sein Talent blitzte auch bei eigenen Stücke wie "Hand passes empty" oder "Luke one" immer wieder auf, so daß zumindest "Understanding music", das 2000er Album der Schotten, hier und da aufhorchen ließ.

Von den krachigen Breitwandgitarren und intensiven Landschaften der Anfangszeit aber ist auf "O" nicht mehr viel zu spüren. Gleich das erste Stück "Hold" taucht in den knietiefen Tümpeln des fehlverstandenen Stadionrocks. Campion legt sich zwar mal wieder mächtig ins Zeug und näselt Weisheiten wie "All that I ask is that you don't make fun of it" zu verhalltem Geriffe, doch trotz einiger Klangspielereien im Hintergrund fallen dabei nur selten brauchbare Funken ab. Erst auf halber Strecke trifft das Vibrato in Campions Stimme, die noch immer an Vorzeigemelancholiker wie Michael Stipe oder Ed Kowalcyk erinnert, auf einen richtig guten Song. In "16 4 2010" kündigt er an, an diesem Datum die Sterne vom Himmel zu holen. Und das Versprechen könnte sogar halten.

In "When we were very young" legt eine schmutzige Fuzzgitarre den Grundstein für einen Wall of sound, den Campion leidenschaftlich und doch merkwürdig distanziert anmurmelt. Auch "Suck in science" erinnert nicht unangenehm an krachigere R.E.M. circa "Document". Wenn dann aber die Orgeln unvermutet weiter quietschen, die Gitarren leicht desorientiert umherwandern und Campion mit Zeilen wie "Will you carry me? / I bruise easily" erfolgreich das Weichei gibt, flacht die mühsam aufgebaute Spannungskurve schnell wieder ins Jammertal ab. Statt "There's nothing here but what here's mine" heißt es nun "And so this melody is a malady to me". Das Leiden klang bei den AC Acoustics auch schon mal besser.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • 16 4 2010
  • When we were so young
  • Suck on science

Tracklist

  1. Intro
  2. Hold
  3. A bell (of love rings out of you)
  4. Clone of Al Capone
  5. 16 4 2010
  6. Bright anchor (Anchor me)
  7. Interlude
  8. When we were very young
  9. Suck on science
  10. Conspiciously leaving (without saying goodbye)
  11. Victoria
  12. Poem

Gesamtspielzeit: 39:18 min.

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