Balthazar - Applause

Balthazar- Applause

PIAS / Rough Trade
VÖ: 14.10.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bitte erheben Sie sich

Woran denkt man eigentlich bei Belgien? Außer an Pommes? Klar, an belgische Schokolade. An die EU-Stadt Brüssel. Und dann kommt lange erstmal nichts. Sie können ja gar nichts dafür, die Belgier, die im Grunde nicht mal eine eigene Sprache haben. Dafür aber etwas anderes: Denn Belgien hat natürlich dEUS. Und Soulwax. Und Das Pop. Und Girls In Hawaii. Und K's Choice. Und diese ganzen anderen Bands, die in den letzten Jahren für einen ganz speziellen belgischen Sound sorgten, den man wahlweise zwischen Alternative-Irgendwas und Post-Sowieso einordnen konnte. Die berüchtigte Antwerpen-Gang sorgte für allerlei nette Klänge in den Ohren und Wärme in den Herzen. Dazu möchte sich nun ein Neueinsteiger gesellen. Und was für einer! Balthazar sorgen mit "Applause" für mehr als nur ein müdes Händeklatschen.

Der brassige Opener "Fifteen floors" gibt die Richtung vor, der die kommenden zehn Songs folgen sollen: Schnodderig und in entspanntem Tempo geht es los, bis "Wire" das erste große Highlight bietet. Stilistisch in den 1960ern angesiedelt, mit jedoch aktuellen Reminiszenzen an The Dodos, entwickelt der Song die gewisse Eigendynamik, die man auf so manch anderem Debüt bekannterer Künstler mittlerweile vermisst. Retro klingt auch "More ways", das vom überraschenden, und doch umso gelungeneren Einsatz von Streichern profitiert, während sich das stampfende "I'll stay here" zum Ende hin nicht nur dank des mehrstimmigen Gesangs zum zweiten Highlight entwickelt.

Das abstrakte "The boatman" wird durch diesen Mut zu Experimenten erst nach und nach zu einem echten Indie-Rocker, der relativ monoton startet. Ganz anders das groovige "Hunger at the door", das wie Portugal. The Man mit einer Extraportion Pop klingt und nach einem ordentlichen Feuerwerk punktgenau endet. "Intro" - ironischerweise der vorletzte Song des Albums - verbleibt, angeführt vom Schlagzeug, in dem durchaus etwas verhaltenen Ton, mit dem er beginnt, bis sich "Applause" mit dem tiefen Bass von "Blood like wine" schließlich verabschiedt und die zukünftige Signatur Balthazars nur allzu deutlich zu Papier bringt. Den Applaus haben sie sich mit diesem starken Debüt also mehr als verdient - und das Echo wird mit etwas Glück umso lauter sein.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Hunger at the door
  • Wire
  • I'll stay here
  • Blood like wine

Tracklist

  1. Fifteen floors
  2. Hunger at the door
  3. Morning
  4. Wire
  5. I'll stay here
  6. Blues for Rosann
  7. Throwing a ball
  8. More ways
  9. The boatman
  10. Intro
  11. Blood like wine

Gesamtspielzeit: 41:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
IFart
2012-11-16 23:03:38 Uhr
ja weil doch sonst kein Platz wär, für so großartige Rezensionen wie für Scooter.
Wer will da schon drauf verzichten.
The MACHINA of God
2012-11-16 22:52:54 Uhr
Warum geht die Band so unter? Gutes Album.
may
2010-09-26 17:22:40 Uhr
find sie auch super!! aber wie bist du an das Album gekommen?? würde ich nämlich total gerne haben!
rstockm
2010-07-24 17:11:48 Uhr
Ganz wunderbares Konzert gerade auf dem Appletree Garden Festival - immer wieder erstaunlich wie stilsicher manche Bands schon in so jungen Jahren sind.
CD gekauft, mal schaun wie die Produktion ist.
Dexter
2010-07-09 17:02:05 Uhr
Großartig.
Spielen auf dem Appletreegarden Festival in gut zwei wochen.
Platte aber bisher hier nicht erhältlich wenn ich das richtig sehe.
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