Various Artists - Muppets: The green album

Various Artists- Muppets: The green album

Walt Disney / EMI
VÖ: 28.10.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Dub duuh di dudu

"Man sagt, Schweine könnten nicht fliegen. Wir sagen, sie können außerdem weder schauspielern noch singen."

Wikipedia sagt: "Die Muppet Show (The Muppet Show, UK/USA 1976-1981) war eine erfolgreiche Fernsehserie (Puppenspiel/Comedy) mit den Muppets von Jim Henson und Frank Oz." Plattentests.de sagt: Diese herrlich absurde Kombination aus Kalauern, Kitsch und Monsterpuppen war in den achtziger Jahren ein fester Bestandteil des wochenendlichen Vorabends. Sowohl Kinder, denen die Sesamstraße zu kindisch war, als auch vor allem Erwachsene, die sich über eine Alternative zur spießigen Fernsehunterhaltung freuten, konnten sich auf den absurden Humor der durchgeknallten Varietéshow einigen.

"Erinnert Ihr Euch, als Fozzie damals einmal einen lustigen Witz erzählte? Wir auch nicht."

Zwischen Schweinen im Weltall, dem Muppet-Labor und der Tierklinik gab es stets reichlich Musik, bei denen Stargäste wie Elton John, Johnny Cash, Ozzy Osbourne, Paul Simon, Lisa Minelli, Alice Cooper und Debbie Harry ihre eigenen Hits muppetfizierten. Immer wieder standen aber auch die Muppets selbst im Scheinwerferlicht und sangen die Stars an die Wand. Während Moderator Kermit Der Frosch vorwiegend seine Unzulänglichkeiten beklagte, strotzte Miss Piggy vor Selbstbewusstsein und prügelte jeden weg, der sie zu kritisieren wagte. Stuntman Gonzo ließ seine Hühner singen, und die Hausband Electric Mayhem musste ihren Schlagzeuger sogar anketten. Das ist für ein Tributealbum wie "Muppets: The green album" keine kleine Herausforderung. Man weiß schließlich, dass die grantelnden Opas Waldorf und Stadtler jede Chance für Spott gnadenlos ausnutzen werden.

"Kermit hat hart daran gearbeitet, um für den neuen Film wieder alle Muppets zusammen zu bringen. Warum nur?"

Weil OK Go für die Titelmusik der Show reichlich Löschpapier unter die schleppenden Beats gemogelt haben, müssen sie im passenden Video gleich mehrere Alpträume überstehen. Wenn Disney den Tribute schon "Muppets: The green album" nennt, dürfen natürlich Weezer nicht fehlen, und dankenswerterweise lässt sich Rivers Cuomo von Hayley Williams' zarter Stimme in die Schranken weisen. Der delirierende Klassiker "Mahna Mahna" übersteht sogar die Behandlung der netten Schwiegersöhne von The Fray. Während es Alkaline Trio und Atreyus Brandon Saller gemeinsam mit Jazzschlagwerker Billy Martin eher laut mögen, nehmen Matt Nathanson, Rachael Yamagata und My Morning Jacket sich hinter den schlichten Melodieschönheiten zurück. Am besten gelingt dies jedoch Andrew Bird, der Kermits Klassiker "Bein' green" croont, als laste das Schicksal der ganzen Welt auf seinen Schultern. Wunderbar!

"Wie bereitet Ihr Euch am besten auf den neuen Muppets-Film vor? Wir schalten schon mal unsere Hörgeräte ab."

Dabei ist es schon eine Überraschung, dass Jim Hensons Hühnerhaufen überhaupt zurückkehrt. Denn was könnte im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts unheutiger sein als Handpuppen? Natürlich hat ein milliardenschwerer Großkonzern maßgebliche Hilfe geleistet, um die finanziell lohnende Nostalgie der mit den Muppets aufgewachsenen Enddreißiger und Mittvierziger abzuschöpfen. Und dennoch sind die ungelenken Puppen mit den riesigen Augen und den flachen Pointen eine Wohltat in Zeiten, in denen man "Mario Barth" und "lustig" ungestraft im gleichen Satz sagen darf. Die Muppets hätten für solche Probleme Crazy Harrys unbarmherzige Pyrotechnik gehabt. Dass gerade jetzt eine Wagenladung von meist geschätzten Musikern aus Indierock, Folk und Pop den Klassikern seiner Kindheit huldigt, steht natürlich im Zusammenhang mit dem Anfang 2012 startenden Film "Die Muppets". Dennoch: Spaß machen die zwölf mal mit dem Holzhammer, mal mit buntem Gezirpe und mal mit satten Streicherwolken behandelten Songs allemal. Das müssten eigentlich sogar Waldorf und Stadtler zugeben.

"Haben Sie den neuen Muppets-Film schon gesehen? Nein? Wir auch nicht. Wir sind schon während des Vorspanns eingeschlafen."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • The Muppet show theme (OK Go)
  • Mahna mahna (The Fray)
  • Our world (My Morning Jacket)
  • Bein' green (Andrew Bird)

Tracklist

  1. The Muppet show theme (OK Go)
  2. Rainbow connection (Weezer & Hayley Williams)
  3. Mahna mahna (The Fray)
  4. Movin' right along (Alkaline Trio)
  5. Our world (My Morning Jacket)
  6. Halfway down the stairs (Amy Lee)
  7. Mr. Bassman (Sondre Lerche)
  8. Wishing song (The Airborne Toxic Effect)
  9. Night life (Brandon Saller of Atreyu and Billy Martin)
  10. Bein' green (Andrew Bird)
  11. I hope that something better comes along (Matt Nathanson)
  12. I'm going to go back there someday (Rachael Yamagata)

Gesamtspielzeit: 36:26 min.

Referenzen

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