Reel Big Fish - Favorite noise

Reel Big Fish- Favorite noise

Mojo / Zomba
VÖ: 11.03.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Krach vom Fach

Das Wehklagen der Musikindustrie war allerorts laut zu vernehmen. Stein des Anstoßes war ein Jüngling namens Shawn Fanning, der vor wenigen Jahren mit Napster den Grundstein zum Boom der MP3-Portale legte und Filesharing unter den Kids zur regelrechten Sportart werden ließ, bis auch der letzte Hinterwäldler etwas mit dem Begriff "MP3" anfangen konnte. Trotz unzähliger Diskussionen und neuen Plänen sind MP3 & Co auch heute immer noch ein großer Dorn im Auge der Plattenfirmen, angeblich mitverantwortlich für Umsatzrückgänge und somit auch schädlich für alle musizierenden Artisten. Für wirklich alle? Nein, nicht wirklich. Denn wie immer gibt es auch hier - drei Euro ins Phrasenschwein - eine zweite Seite der Medaille.

Die US-Skapunks von Reel Big Fish gehören definitiv zum Kreis derer, die von der MP3-Welle profitieren. In den Staaten bereits seit Ende der 90er überaus erfolgreich und beliebt, tendierte der Bekanntheitsgrad des Sextetts auf dieser Seite des großen Teiches gegen Null, da die bisherigen drei Alben offiziell nicht in Europa veröffentlicht wurden. Trotzdem haben Reel Big Fish dank MP3 mittlerweile auch hierzulande eine amtliche Fanschar parat. "Es ist eine sehr seltene Sache, daß man Shows mit zwei- oder dreitausend Menschen vor der Bühne als Headliner bestreiten darf, ohne eine einzige Platte auf dem Markt zu haben. Wir fühlen uns sehr geehrt und sind überwältigt." (Scott Klopfenstein, Trompete und Gesang, natürlich nicht beides gleichzeitig).

Bevor Mitte des Jahres eine neue Werkschau auf den (weltweiten) Markt kommen soll, erscheint nun mit "Favorite noise" eine Art Best Of der bisherigen Studioalben "Everything sucks", "Turn the radio off" und "Why do they rock so hard?". Reel Big Fish vertreten ihre Heimat, das sonnige Kalifornien, genau so, wie man sich das vorstellt: Die Sonne scheint aus dem Allerwertesten. Wie nur wenige Bands dieses Genres kombinieren sie simple, aber exzellent aufeinander abgestimmte musikalische Fertigkeiten mit guter Laune und Humor der deftigeren Art ("I've got a new ex-girlfriend / She is so fat and ugly"), ohne dabei allzuoft peinlich zu wirken. Das, perfekte Instrumentierung und ihr sicheres Gespür für den Sommersong, der so schnell nicht mehr aus dem Gehörgang verschwindet, hebt Reel Big Fish wohltuend von anderen reinen Spaßcombos ab, die von Tuten und Blasen noch weniger Ahnung haben.

Zwischen Reggae-Elementen ("S.R."), Punk-Anleihen ("Somebody hates me"), Traditional Ska ("You don't know") und nicht nennenswerten Lückenfüllern wippen die Jungs gekonnt im Offbeat-Takt zwischen den Genre-Grenzen hin und her. Neben ihrem größten Hit "Sell out" und dem schon seit Ewigkeiten durchs Internet geisternden A-ha-Cover "Take on me" kommt mit "A little doubt goes a long way" auch ein eingängiger Vorbote des kommenden Albums zum Zuge. Frohsinn in 16-facher Ausfertigung. Und seien wir ehrlich: eine Original-CD kann doch irgendwie mehr als ein paar Dateien.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Sell out
  • Beer
  • Take on me

Tracklist

  1. Everything sucks
  2. The kids don't like it
  3. Sell out
  4. I want your girlfriend to be my girlfriend too
  5. S.R.
  6. You don't know
  7. Trendy
  8. Somebody hates me
  9. .A little doubt goes a long way
  10. The set up (You need this)
  11. Snoop dog baby
  12. She's famous now
  13. Beer
  14. I'll never be
  15. She has a girlfriend now
  16. Take on me

Gesamtspielzeit: 50:22 min.

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