Meat Loaf - Hell in a handbasket

Meat Loaf- Hell in a handbasket

Sony
VÖ: 02.12.2011

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Zurück ins Körbchen

Meat Loaf hat die Faxen dicke. Nicht etwa vom Musikgeschäft, auch wenn das angesichts nicht eben überragender Veröffentlichungen in der Vergangenheit durchaus eine überlegenswerte Option wäre. Nein, eine persönliche Platte solle "Hell in a handbasket" werden, eine Unmutsbekundung über den Zustand der Welt sozusagen. Warum die dieses Mal fledermauslose Hölle direkt ins Handtäschchen wandern soll, bleibt jedoch unklar.

Klar ist jedoch, dass Mr. Adays Zorn nur ein Zörnchen sein kann, nimmt man das eröffnende "All of me" als Maßstab. Denn dermaßen zahn- und belanglos tröpfelte beim ehemaligen Großmeister des bombastisch-theatralischen Rocks kaum ein Opener aus den Lautsprechern. Nur gut, dass trotz des Titels bei "Fall from grace" noch ein bisschen Hoffnung aufkommt - einigermaßen okayer Rock, wie auch später beim durchaus gelungenen "Party of one", sorgt in der Tat dafür, dass der Hörer nicht umgehend vom Glauben abfällt.

Dies tritt dann aber doch im späteren Verlauf ein. Denn nicht nur, dass der Einsatz von Chuck D bei der Metamorphose von Tom Cochranes "Mad mad world" zu "The good God is a lady & she don't like ugly" völlig fehl am Platze ist, bei der Schändung von "California dreamin'" reicht es nicht einmal mehr zum Fremdschämen. Für dieses Verbrechen an der so tief entspannten Kifferhymne müssten ihm The Mamas & The Papas eigentlich eigenhändig den Hintern versohlen.

Selten hat ein Rock-Denkmal eine dermaßen eindrucksvolle wie nachhaltige Selbstmontage betrieben wie Meat Loaf auf "Hell in a handbasket". Selbst die Balladen wie "Our love & our souls", sonst Garant für große Oper, gehen trotz Patti Russo dramatisch baden. Kaum zu glauben, dass dieser Mann einst unsterbliche Klassiker wie "You took the words right out of my mouth" hervorbrachte. Meat Loafs Einsatz für Weltgeschichte und Menschheit in allen Ehren - wenn hier jemand einen Grund zur Unmutsäußerung hat, dann der beleidigte Hörer.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Party of one
  • Forty days

Tracklist

  1. All of me
  2. Fall from grace
  3. The giving tree
  4. Mad mad world / The good God is a woman & she don't like ugly (feat. Chuck D)
  5. Party of one
  6. Live or die
  7. California dreamin' (feat. Patti Russo)
  8. Another day
  9. Forty days
  10. Our love & our souls (feat. Patti Russo)
  11. Stand in the storm (feat. John Rich, Lil John, and Mark McGrath)
  12. Blue sky

Gesamtspielzeit: 52:33 min.

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