Transatlantic - More never is enough

Transatlantic- More never is enough

InsideOut / EMI
VÖ: 24.10.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Da capo

Die wichtigste Eigenschaft, die ein Transatlantic-Fan mitbringen muss, ist offensichtlich Sitzfleisch. Gesamtzahl aller Songs der drei Studio-Alben: zehn. Durchschnittliche Länge: 23 Minuten, mit der besonderen Krönung "The whirlwind", das gleich auf komplette Album-Länge von knapp 78 Minuten dem Hörer alles abverlangt. Böse Zungen allerdings könnten behaupten, dass es die Prog-Supergroup mit "More never is enough" nun doch übertreibt, gab es doch ein nahezu identisches Paket von der selben Tour bereits vor Jahresfrist mit "Whirld tour 2010". Ob nun Band oder Fans den Hals nicht vollbekommen, liegt wie so oft im Auge des Betrachters.

Den Alles-Sammler überrascht es also nicht, dass die Herren Neal Morse, Mike Portnoy, Mike Trewavas und Roine Stolt gerade einmal sechs Songs auf der 190-Minuten-Setlist haben - ein Graus für Hörer mit Defiziten in Sachen Aufmerksamkeitsspanne, sind dreistündige Gigs doch allzu selten geworden. Über die Frickelorgie "The whirlwind" gibt es dann auch nur noch wenige Worte zu verlieren - was für die einen ein Monumentalwerk ist, bezeichnen andere als reine Selbstbefriedigung für Prog-Nerds.

Wobei die vier Herren, die auf Tour durch den nicht minder begabten Daniel Gildenlöw, seines Zeichens Frontmann von Pain Of Salvation, mehr als nur adäquat ergänzt werden, filigran ihr Werkzeug bedienen. Die ausufernden Jam-Sessions beispielsweise zu "Duel with the devil" oder "Stranger in your soul", bei denen flockig Deep-Purple Zitate eingeflochten werden, sprechen für sich. Und ein Solo mit dem Bass-Pedal, das hörbar die Location in Manchester in ihren Grundfesten erschüttert, lässt sich auch nicht jeder einfallen. Selbst Drum-Büffel Mike Portnoy bringt sich höchst mannschaftsdienlich ein und verzichtet auf Rampensau-Eruptionen.

Eigentlich müsste man also festhalten, dass sich Transatlantic ihren Käuferkreis fahrlässig einschränken, selbst das böse Wort "Abzocke" klopft leise an. Wenn aber der hartgesonne Fan beim leider auf die Bonus-DVD verbannten Mitschnitt des Genesis-Klassikers "The return of the giant hogweed", zu dem Altmeister Steve Hackett die Bühne entert, andächtig auf die Knie sinkt, dann ist jeder Cent zu Recht ausgegeben. Erst recht, wenn man das alles auf Stundenbasis umrechnet.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • The whirlwind
  • We all need some light
  • Stranger in your soul

Tracklist

  • CD 1
    1. The whirlwind
  • CD 2
    1. All of the above
    2. We all need some light
    3. Duel with the devil
  • CD 3
    1. Bridge across forever
    2. Stranger in your soul
  • DVD 1
    1. The whirlwind
  • DVD 2
    1. All of the above
    2. We all need some light
    3. Duel with the devil
    4. Bridge across forever
    5. Stranger in your soul
    6. The return of the giant hogweed (feat. Steve Hackett)

Gesamtspielzeit: 190:13 min.

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