Marit Larsen - Spark

Marit Larsen- Spark

Columbia / Sony
VÖ: 16.12.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Das Flauschmittel

Ist sie nicht süß? Schon als 2009 "If a song could get me you" erschien, ließ Plattentests.de sich ausführlich über den enormen Zuckergehalt von Marit Larsens Musik aus. Zwei Jahre später hat sich daran wenig geändert: Auch "Spark" garantiert eine akustische Karies, die den Weihnachtsteller nebst Lebkuchen und Dominosteinen locker in den Schatten stellt. Wer es noch süßer haben will als in dieser herzallerliebsten Pop-Idylle, der muss schon eine ganze Armada an Disney-Filmen aufbieten. Larsen selbst ist so niedlich wie Bambi, so quirlig wie Minnie Maus und weigert sich weiterhin standhaft, den sonnigen Kosmos des Vorgängers durch Dissonanz-Wolken zu verdecken.

Sanftmütig plätschert ein Klavier durch "Keeper of the keys", während Larsen im flauschigen Perwoll-Modus ein anonymes "Sweetheart" auffordert, in ihre Arme zu kommen. Selbst wenn sie in "Don't move" sämtliche Stolpersteine des Alltags verflucht, klingt das in etwa so aggressiv wie ein frisch erblühter Fliederbusch. Einen Vorwurf kann man der Dame daraus nicht so richtig stricken: Die Kuscheldecken-Qualitäten nimmt man ihren Liedern ebenso unweigerlich ab, wie man in norwegischen Fjorden plötzlich bereit ist, an Trolle zu glauben.

Ist Larsen allerdings mal nicht damit beschäftigt, verträumt vor sich hin zu summen, steckt hinter der geballten Harmlosigkeit einiges, was über reinen Pop-Plüsch hinausgeht: "Me and the highway" ist ein äußerst entspannter Mitwipper, auch dem luftigen Corrs-Ripoff "Have you ever" kann man sich schwer entziehen. Auch sonst blitzen durch Harmonien und Arrangements immer wieder raffinierte Einfälle, die von der blumigen Produktions-Parfürmierung allerdings gelegentlich ein wenig eingenebelt werden. Wäre Larsen Deutsche statt Norwegerin, müsste sie sich für ihre rotbackige Wonneproppen-Musik wohl unverzüglich als "Fräuleinwunder" etikettieren und neben Lena Meyer-Landrut einsortieren lassen.

Wenn sich etwas verändert hat, dann die Tatsache, dass sich kein Stück als Hitgarant profiliert. Auskoppeln ließe sich zweifelsohne jedes einzelne - aber eben eher mit der Aura einer Nachfolge-Single zu "dem einen Lied aus dem Radio". Und vielleicht ist das nicht das Schlechteste: Refrainzeilen wie "It's a fine line between love and hate" sind auch mit hübsch arrangiertem Finale nicht so komplex, das man sich in Dauerschleife mit ihnen auseinandersetzen müsste. Denn spätestens nach dem zwanzigsten Herunterdudeln würde das wohlwollende Lächeln des ersten Hördurchgangs wohl mancherorts genervtem Augenrollen weichen - oder wie war das seinerzeit bei "If a song could get me you"?

(Jana Fischer)

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Highlights

  • Me and the highway
  • Have you ever
  • That day

Tracklist

  1. Keeper of the keys
  2. Don't move
  3. What if
  4. I can't love you anymore
  5. Coming home
  6. Me and the highway
  7. Last night
  8. Have you ever
  9. Fine line
  10. That day

Gesamtspielzeit: 44:14 min.

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