Dan Mangan - Oh fortune

Dan Mangan- Oh fortune

City Slang / Universal
VÖ: 25.11.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Reaktion Sorgenkind

Dan Mangan benennt das Glück und tunkt das Kleeblatt in schwarze Farbe. Es ist finsterer geworden in der Welt um ihn herum, seine Texte etwas hoffnungsloser, obwohl ihm neben dem Schalk auch das Glück ihm Nacken sitzt. All die schönen Momente, die er spätestens mit "Nice, nice, very nice" erfahren durfte, so schreibt er im Newsletter, waren glückliche Zustände. Lebensverändernd, konstatiert Mangan. Glück also gibt es genug, es sind aber morbide Bilder, Facetten des Todes und den Lebenssinn hinterfragende Inhalte, die "Oh fortune" bestücken und beglücken.

Wir nehmen Abschied von Dan Mangan als Singer-Songwriter, wie er auf seinen beiden Vorgängeralben zu hören war. Der Folk-Barde blüht auf, schält sich aus seinem Kokon, trägt ihn als Trophäe bei sich und holt ihn zwar immer wieder als Memorabile hervor, es ist aber nicht mehr Dreh- und Angelpunkt. Nach den ersten Sekunden greift die Hand zum Cover, um zu sehen, ob sich Mangan hier tatsächlich an wirre Effekte wagt und in "As helpful as you can be without being any help at all" einen lupenreinen Walzer zu Streichern und Chamber-Pop zelebriert, sich selbst entzündet, um in der Nacht hell zu leuchten. Aber ja, er ist es, und er lässt den Track fließend in "How Darwinian" gleiten, ein Song, der ohne weiteres auf ein Album der Antlers gepasst hätte und mindestens Post-Rock geschnüffelt hat: "People don't what they want / They just know they really want it / I should know better by now".

Die ersten Alben haben Mangan vergleichsweise wenig Zeit gekostet, in wenigen Wochen waren die Songs im Kasten - die Aufnahmen zu "Oh fortune" haben sich ein halbes Jahr hingezogen, eben auch, weil Mangan seine Backingband weiter ins Zentrum stellt. Die Arrangements sind vielfältiger geworden und neben Streichern und Bläsern profitiert das Album vor allen Dingen von seinem zweiten Gitarristen, Gord Grdina, und von Schlagzeuger Kenton Loewen, der "Oh fortune" aufrüttelt und im erzählerischen wie grandiosen "Leaves, trees, forest" mit einem Besen die Trommel sensibel streichelt. "Daffodil" ist ein Lo-Fi-Wiegenlied geworden und "Jeopardy" gibt der Bläsersektion die Erlaubnis zum Jammen, nachdem Mangan unentwegt Fragen stellt: "Is this sorrow?" Wenn das Sorgen sind, schätzen wir uns glücklich und beantragen das Sorgerecht für elf wunderbare Sorgenkinder.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • About as helpful as you can be without being any help at all
  • Leaves, trees, forest
  • Rows of houses
  • Jeopardy

Tracklist

  1. About as helpful as you can be without being any help at all
  2. How Darwinian
  3. Post-war blues
  4. If I am dead
  5. Daffodil
  6. Starts with them, ends with us
  7. Oh fortune
  8. Leaves, trees, forest
  9. Rows of houses
  10. Regarding death and dying
  11. Jeopardy

Gesamtspielzeit: 40:47 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
lego
2012-01-28 00:25:10 Uhr
die ansicht hat was für sich
@m.caliban
2012-01-28 00:08:01 Uhr
Ja, geht nur Dir so.
m.caliban
2011-12-05 19:54:52 Uhr
geht das nur mir so?: die ersten drei songs sind ganz weit draußen, probieren viel und sind unheimlich stimmungsvoll, aber dann? alles 2 gänge zurück und irgendwie auf Nummer sicher....schade, finde, da wäre mehr mut angebracht gewesen, so ists nur ein gutes album insgesamt
Hubble
2011-12-01 23:56:21 Uhr
Für mich mittlerweile 8/10! Und zu den Highlights zählt noch Starts with them, ends with us.
IFart
2011-11-08 12:55:22 Uhr
habs jetzt einmal durch.
Wunderbares Album. Nach meinem Geschmack besser und vielseitiger als der Vorgänger.
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