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Six.By Seven - The way I feel today

Six.By Seven- The way I feel today

Mantra / Beggars / Connected
VÖ: 04.03.2002

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Blut ist dicker als Wasser

Im Dröhnen waren Six.By Seven schon immer gut. Übereinandergeschichtete Schrammelgitarren, pulsierende Bässe und Chris Olleys mal näselnde, mal heisere Röhre sorgten bereits auf "The things we make" und "The closer we get" für erfreutes Schnuppern in der nach dem Britpop-Mief langsam wieder handfester werdenden Gitarrenluft der Insel. Mal scheppernd, mal schleppend und oft auch beides zugleich steigt auch auf "The way I feel today" so mancher Geruch aus den Boxen. Das indierockende Duftbäumchen trägt diesmal herbstliche Farben.

Kleine Hymnen und große Gesten sind es, die der Fünfer scheinbar aus dem Handgelenk schüttelt. Und dennoch wirkt ihre Seele zerrissen. Immer wieder suchen sie ihr Heil in düsteren Texten und ungestümen Riffs. "Speed is in / Speed is out" schnüffelt an Iggys Klebstoff, und in "Flypaper for freaks" grummelt sich ein verzerrter Baß durch einen mißmutigen Stampfer, für den Mark E. Smith vermutlich seine schwarze Seele verkaufen würde. Dunkel breitet sich auch das Trapsen des Klaviers im Opener "So close" aus. "It must have been a dream", singt der Riese am Mikrophon dort und wartet auf die Eruption des Lärms. Nervös wimmert im Hintergrund eine Orgel, während langsam der Krach seiner Mannschaft bedrohlich anschwillt. "Oh-oh" zwitschert Olley plötzlich und greift nach dem Placebo.

Doch für Androgynität und Glam ist hier kein Platz. Six By Seven haben schließlich stets standesgemäß schlechte Laune. So geben sie den "Bad man", rotzen uns ein paar "Cafeteria rats" vor die Füße und warten auf die verstörten Reaktionen des Publikums. Doch so ganz nimmt man ihnen den grimmigen Blick nicht mehr ab, zeigt sich doch in den Weiten von "American beer" ein ganz anderer Mundwinkel. Der Irrsinn des Alltags und der Zorn auf die Zwänge stoßen Olley hin und her. Sie kitzeln an seinem Selbstwertgefühl und stoßen sich an der Hornhaut seiner Seele. Melancholische Wolken steigen aus den Riffs auf und regnen sich zu Zeilen wie "Nobody told me it would be like this" ab. Und während das Grollen langsam verklingt, sieht man ein zartes Lächeln in den verhärmten Zügen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • So close
  • Flypaper for freaks
  • American beer

Tracklist

  1. So close
  2. I.O.U. love
  3. All my new best friends
  4. Flypaper for freaks
  5. Speed is in / Speed is out
  6. Karen O
  7. American beer
  8. Anyway
  9. The way I feel today
  10. Cafeteria rats
  11. Bad man

Gesamtspielzeit: 40:26 min.

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