Ash - The best of Ash

Ash- The best of Ash

Warner
VÖ: 25.11.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Von der Zeit erfasst

Das Ergebnis ist erschreckend: 18 Jahre Ash und kaum was, was hängen geblieben ist. Das merkt man just in dem Moment, in welchem man "The best of Ash" Gehör schenkt. Vieles vergessen, manches verdrängt. Die irischen Power-Popper blicken hier auf sechs Studioalben zurück, auf eine ehemalige Wegbegleiterin und ein nicht gezündetes Experiment. Es sind einige Nackenschläge, die Ash wegstecken mussten - doch rauschen die 80 Minuten dieser Werkschau einigermaßen emotionslos vorbei. Und das liegt nicht nur daran, dass dies bereits die zweite Zusammenstellung der besten Songs des Trios ist.

"Intergalactic sonic 7" wurde 2002 veröffentlicht, nach den ersten vier Alben, und bündelte die Singles und B-Seiten von Ash. Und es sind 12 Songs dieser ersten Werkschau, die es wiederrum auf das neun Jahre später veröffentlichte "The best of Ash" schaffen. Es sind die naiven, stürmischen Hits aus den Anfangstagen, wie etwa "Girl from Mars", "Kung fu" oder "Goldfinger" die hier die beste Figur abgeben; die Songs des Metal-affinen "Meltdown" wirken hingegen wie ein bemitleidenswertes Missverständnis. Diese Zusammenstellung, das wird schnell klar, ist eine waghalsige Berg- und Talfahrt.

Kurzweilig wird es in der Mitte der Platte, mit den Songs von "Free all angels". "Burn baby burn" und "Shining light" klingen noch immer so selbstverliebt und verschmitzt, frech und frei - und sind genau deshalb das gern gehörte Gegengewicht zu späteren Kompositionen, wie etwa das weit übers Ziel hinausschießende "Return of the white rabbit", das sich an kühlem Synthypop versucht und damit kläglich scheitert. Es bleibt dabei: Ash stehen die simplen und einfachen Gitarren-Popper am besten zu Gesicht. Denn hier klingen sie nicht verstellt und zu bemüht.

Etwas ratlos blickt man zurück auf eine Band, an der der Zahn der Zeit gewaltig nagt. Immerhin bleiben die Aufhänger "Angel interceptor", das bei David Bowie klaut und das gewaltige Weezer-Stück "Wild surf". Wie es mit dieser Band weitergeht, scheint nach dieser leb- und lieblosen Zusammenstellung einigermaßen egal, den Zenit haben sie schon vor Jahren überschritten. An den schönen Songs aus der Früh- und mittleren Phase ändert dies jedoch nichts: Ash hatten mal das Zeug zu begeistern. Das ist vorbei - was "The best of Ash" nachdrücklich unterstreicht. Vorhang, bitte.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Angel interceptor
  • Wild surf
  • Shining light
  • Walking barefoot
  • Sometimes

Tracklist

  1. Girl from Mars
  2. Kung fu
  3. Angel interceptor
  4. Goldfinger
  5. Oh yeah
  6. A life less ordinary
  7. Wild surf
  8. Shining light
  9. Burn baby burn
  10. Walking barefoot
  11. Sometimes
  12. Clones
  13. Orpheus
  14. Starcrossed
  15. You can't have it all
  16. Twilight of the innocents
  17. Return of white rabbit
  18. Arcadia
  19. Jack names the planets

Gesamtspielzeit: 78:24 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Tim Wheeler
2011-12-11 17:52:56 Uhr
Olli hat mich 97 beim Bizarre dabei erwischt, wie ich mit seiner Freundin...ihr ahnt es. Seitdem mag er uns nicht mehr, davor war er ein Riesenfan. Paar Jahre danach das gleiche mit Mr. Preusser. Kennt man ja.
Bonzo
2011-12-11 17:41:47 Uhr
Ash gehören zu den Besten im Genre.
bebbo
2011-12-11 17:29:18 Uhr
also der große ash- fan bin ich ja nun auch nicht gerade, aber das die auf jeder platte eine handvoll ordentlicher und ja, auch netter pop- punk nummern hatten, dürfte doch wohl außer frage stehn. wenn man diesen musikstil grundsätzlich nicht mag, dann sollte man zumindest die größe haben, dass auch grundsätzlich zuzugeben und nicht auf einzelnen bands rumzuhacken. denn in ihrem genre gehörten ash zu den durchaus annehmbaren.
icke
2011-12-11 16:04:10 Uhr
@Oliver

icke mag die aber trotzdem.
Oliver Ding
2011-12-09 20:29:05 Uhr
Nette Songs: null. Grässliche Singles: Dutzende. Gelangweilte Auftritte: reichlich. Die Band kann einfach nix. Das zeigte sie übrigens nicht nur beim Bizarre damals, sondern immer wieder. 1996 und 1998 nervten sie auch bei RaR, 2004 beim Hurricane. Tim Wheelers gewollt juveniles Gejaule erwies sich stets als unerträglich. Dass ein Song wie "Shining light" aber auch nicht taugt, wenn ihr jemand singt, der das kann, hat Annie Lennox gezeigt. Völlig überschätzter Mist.

Und Armin wollte nie, dass ich das auch mal in einer Rezension darlegen durfte.
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