The Xcerts - Scatterbrain

The Xcerts- Scatterbrain

Xtra Mile / Soulfood
VÖ: 02.12.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zwischentöne

Manchmal ist es schon eine heikle Sache mit dem Erfolg: Einerseits braucht es dafür ein Alleinstellungsmerkmal, das einen von anderen unterscheidet und die eigene Individualität hervorhebt. Andererseits aber muss man auch in irgendwelche Schubladen passen, an diesen oder jenes erinnern. Erfolg verspricht demnach die Balance aus eigener Verschrobenheit und Zitat. Dem Powerpop von The Xcerts aus Aberdeen gelingt genau dieser Spagat auf ihrem nunmehr zweiten Album sehr ordentlich - auch wenn es so ähnlich schon mal vor einem Jahr auf den Markt kam.

Die drei Schotten machen auf "Scatterbrain" Pop mit Schaum vor dem Mund. Oder zelebrieren eine Jugend an der Schwelle zum Rotweintrinken. Die Platte ist wütender als all die Dramatiker mit Schlafzimmerblick aus Indie-Großbritannien und gleichsam komplexer als der lärmende Seattle-Sound - und doch vermessen genau diese Pole das Schaffen von The Xcerts ziemlich passgenau. Der Titeltrack beispielsweise fährt mit Verve die Ellenbogen aus und führt vor, wie man auch mit nur drei Musikern Groove und Tiefe erzeugen kann. "He sinks. He sleeps" stemmt sich gegen zerquälte Gitarren, während "Hurt with me" alle Stärken vereint, indem The Xcerts alle Luft aus ihren Lungen und alle Wut aus ihrem Pop pressen. Das nostalgische "Lament" erzeugt schließlich mit fragiler Stimme über Akkorden mit dünner Staubschicht eine zum Schneiden dicke Spannung. So stehen The Xcerts mitunter zwischen allen Stühlen - und da genau richtig.

"Scatterbrain" gibt eine gute Figur ab, indem es sich eine angenehme Widerborstigkeit bewahrt und doch die süße Popmelodie stets als letztes Ass im Ärmel hat. So erinnern The Xcerts von der Haltung her ein Stück weit an Biffy Clyro, ohne deren jüngsten Stadionbombast mitgehen zu wollen. In den Neunzigern hätte man das noch Alternative genannt. Nichtsdestotrotz klingt "Scatterbrain" weder abgedroschen in den Momenten, in denen The Xcerts auf den Verzerrer treten, noch kitschig, wenn sie zur Liebeslitanei ansetzen. Wie leicht man sich in der eigenen Gefühligkeit verfangen kann, zeigt die alternative Version von "Young" schlussendlich denn auch ziemlich eindrucksvoll. Im Gesamtkontext aber bleibt das ein leicht zu verschmerzender Ausrutscher. Die Erfolgsformel beherrschen die Schotten nämlich bestens.

(Nicklas Baschek)

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Highlights

  • Scatterbrain
  • He sinks. He sleeps
  • Hurt with me
  • Lament

Tracklist

  1. Tar OK
  2. Scatterbrain
  3. Distant memory
  4. Gum
  5. Slackerpop
  6. Iscare easy
  7. Young (Belane)
  8. He sinks. He sleeps
  9. Carnival time
  10. Hurt with me
  11. Lament
  12. Let's run
  13. Tear me down
  14. Gum (alt version)
  15. Young (alt version)

Gesamtspielzeit: 52:45 min.

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