Wooden Wand & The Briarwood Virgins - Briarwood

Wooden Wand & The Briarwood Virgins- Briarwood

Fire / Cargo
VÖ: 11.11.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Warm den Rücken runter

James Jackson Toth alias Wooden Wand ist ein vielbeschäftigter Mann. Das in Sachen Wooden Wand noch recht jungfräuliche Plattentests.de-Archiv verzerrt die Wahrheit leider etwas. All die Kassetten, Alben, Compilation-Beiträge und CD-Rs zu zählen und ausfindig zu machen, die Toth im Laufe der vergangenen zehn Jahre veröffentlicht hat, ist ein Ding der Unmöglichkeit. The Vanishing Voice, The Sky High Band und The Omen Bones Band heißen nur ein paar der Projekte und Bands, mit denen der gebürtige New Yorker in der Vergangenheit meist im Südosten der USA Platten aufgenommen hat. Umso besser, dass es überhaupt kein Problem ist, einfach mit "Briarwood" anzufangen.

Seine Südstaaten-Affinität hört man Wooden Wand auch auf seinem ersten Album mit The Briarwood Virgins an. Aufgenommen wurde die Platte in Homewood, einem Vorort von Birmingham, der Hauptstadt Alabamas. Viel Country und Folk durchzieht die neun Songs, aber auch warm verzerrte Gitarren und Versatzstücke von klassischem Rhythm and Blues. In "Scorpion glow" verknüpft Toth beides zu einem gleichzeitig ohrenbetäubenden und in sich ruhenden Harmoniemonster. Der Song beginnt mit Gitarre und souligem Duettgesang, dann setzt die ganze Band mit aufgedrehtem Overdrive ein, und zum Ende hin windet sich die Slidegitarre zwischen den wuchtigen Akkorden.

In jedem Song gibt es diesen einen Moment, an dem eine Melodie, eine Textzeile oder eine Harmonie sich ganz tief in die Gehörgänge gräbt. In "Scorpion glow" ist es der satte Punch, mit dem der Song plötzlich vom Blues zum Rock mutiert. Bei "Wither away" ist es der leicht verschleppte Refrain, mit dem Toth nicht mal eine halbe Minute warten kann, bevor er das erste Mal aus ihm herausplatzt. "Motel stationary" bleibt durch seinen ausufernden Schlusspart im Ohr, "Passin' thru" durch sein chorales "We're all just passin' through".

Höhepunkt von "Briarwood" ist allerdings der Americana-Rocker "Big mouth USA", dessen ironische Großspurigkeit und die fantastischen Melodien, die süffige Hammondorgel-Begleitung und den - abermals - großartig-gänsehautigen Duettgesang in der Coda nicht umsonst den Mittelpunkt der Platte bilden. Die neun Songs sind dann auch im Nu vorbei, Ausfälle sind nicht zu vermelden. Kein Problem also, wenn man sich nicht durch die ganze Diskografie von James Jackson Toth alias Wooden Wand wühlen will. "Briarwood" reicht erst mal vollkommen aus.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Scorpion glow
  • Big mouth USA
  • Passin' thru

Tracklist

  1. Winter in Kentucky
  2. Scorpion glow
  3. Wither away
  4. Be my friend Mary Jo
  5. Big mouth USA
  6. Good time man
  7. Motel stationary
  8. Passin' thru
  9. The DNR Waltz

Gesamtspielzeit: 39:25 min.