Culcha Candela - Flätrate

Culcha Candela- Flätrate

Urban / Universal
VÖ: 25.11.2011

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Geilmeldung

Nein, nein! Hier geblieben! Schön weiter, mindestens den ersten Absatz. Die Überschrift trifft es in diesem Fall einmal vollkommen wertfrei. Culcha Candela geben es ja selbst zu, dass es ihnen auf ihrer fünften Platte nur um wohlgeformte pralle Hintern geht. Also, eine Platte für den Arsch. Wem das zu platt ist, der hat die Songs noch nicht gehört. "Flätrate" bringt uns gar oralen Auswurf näher, wenn "Dieses Gefühl" "Put your hands up" ruft, der Vocal-Effekt komplett nach hinten losgeht, und der entstandene Sound erschreckend nah an den Klang von gegessenen Speisen bei der Inanspruchnahme ihrer Reiserücktrittsversicherung kommt. Es soll ja aber vorurteilsfrei zugehen.

Spätestens bei "Wildes Ding" setzt der Fremdschämfaktor ein. "Ein klein bisschen Lady, ein klein bisschen Gaga, so was fände ich voll perfekt." Es ist ja nicht einmal ein Problem, dass "Flätrate" in aller Souveränität um jede Ernsthaftigkeit einen großen Bogen macht, wenn Culcha Candela darin nicht gleich wieder einen entblößten Mops vermuten würden. Jeder Gegenstand kann eine Titte sein - du musst nur dran glauben! "Am Start" lässt ganze Opel-Treffen einen hochroten Kopf bekommen vor Peinlichkeit: "Deine Scheinwerfer zwinkern mir zu / Keine ist so ein heißer Flitzer wie Du / Ich stehe auf Deine Bereifung / Du bist so slick, Girl." Ein wenig bleibt die Verwunderung, dass es die quietschenden Stoßdämpfer nur als Sample und nicht als Wortspiel auf die Platte geschafft haben. Infantiler geht es nicht. Dabei ist gegen Blödsinn nichts einzuwenden, auch nicht in der Musik. Aber Culcha Candela machen das auf "Flätrate" so unverschämt dummdreist, dass nach ein paar Minuten tatsächlich Wut hochkocht. Chillen, Weiber und Feiern, mehr hat diese Platte nicht anzubieten. Allerdings nur als Cluburlaub in der Nebensaison.

Auch der Sound hängt komplett hinterher. Selbst Ke$ha oder die Atzen kriegen das besser, weil griffiger, hin. Das ausgelutschte Bassgebumse von "Megaherz" biedert sich so an, dass es selbst für die Großraumdisko zu billig ist. Dazu die Stimmen von Culcha Candela, die nie, niemals, nie irgendwie versuchen, die Sache interessant zu machen. Den Titeltrack kaufen die sich im besten Fall nicht einmal selber ab. Jegliches Vorurteil gegenüber stumpf unterhaltender Musik findet sich auf "Flätrate" bestätigt und mit jeder Umdrehung mehr, möchte man ganz schnell wieder Musik hören. Und von Hintern für die nächsten Tage vorerst verschont bleiben.

(Björn Bischoff)

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Highlights

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Tracklist

  1. Flätrate
  2. Hungry eyes
  3. Wildes Ding
  4. Nix zu verlieren
  5. Von allein
  6. Megaherz
  7. Millionäre
  8. Flätrate (Kopieren)
  9. Dieses Gefühl
  10. Am Start
  11. Mami
  12. Blaumann
  13. Rise and shine

Gesamtspielzeit: 51:35 min.

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