Adema - Adema

Adema- Adema

Arista / BMG
VÖ: 04.03.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Halbbrüder im Geiste

Mark Chavez spricht. Er ist Sänger bei Adema und hat etwas zu sagen. Und so sagt der Gute: "Entweder die Leute lieben unsere Musik oder nicht. So kann man einschätzen, ob man es mit einer erfolgreichen Band zu tun hat. Denn, wenn es nur Kommentare wie 'Äh, es ist schon ok' gibt, kann man davon ausgehen, dass die Platte gar nicht erst gekauft wird." Ist klar. Nun, Mark Chavez, bitte zuhören: Die Platte ist, äh, schon ok. Nicht mehr und nicht weniger. Was das für die Verkaufszahlen heißt, kann man sich dann ja wohl ausrechnen.

Chavez lebt mit einem verwandschaftlichen Bündnis, das für ihn zugleich Chance und Belastung werden kann. Chance, alleine durch diesen Umstand überhaupt erst von einer breiten Masse wahrgenommen zu werden. Belastung auch, denn wenn man Halbbruder von Korn-Sänger Jonathan Davis ist, muß man sich auch zwangsläufig an dessen Schaffen messen lassen. Der Schatten des großen Jonathan ist lang. Nimmt man seine Frisur hinzu, ohnehin. Und das schlimmste für Adema wäre sicherlich, nicht nur den "ok" Status zu erreichen, sondern auch noch als nicht mehr als eine Korn-Kopie wahrgenommen zu werden. Doch der Reihe nach.

"I'm sick of the excuses / That you want me to believe / I've been understanding / Giving everything you need / Using me is over now", nörgelt der Gute im Opener "Everyone" los. Gleich die erste Attacke an das Gegenüber, das in Lied Numero zwo dann gleich ganz nah in Grabesnähe gerückt wird: "I think about you sometimes and wanna kill you." Das klingt alles nicht nett, ist auch sicherlich nicht gar so böse gemeint und kommt musikalisch ganz adrett an die Ohren. Bißchen New Metal, bißchen tiefe Gitarren, bißchen Stimmvariationen. Ok halt. "Giving in" und vor allem "Freaking out" geben dann eine aussichtsreiche Richtung vor, die leider schon direkt im Anschluss wieder eine andere Straße geleitet wird. Nach dem vierten Stück ist die Kreativität leider schon verpulvert, alles was folgt, ist nicht wirklich schlecht, aber - man ahnt es - fortwährend eben nur ok.

Adema zeigen sich durchaus ambitioniert, ihre Fußspuren zu hinterlassen. Sie treten nicht einmal zu deutlich in schon vorhandene hinein und biedern sich auch nicht wirklich bei anderen Größen an. Dennoch ist es gerade die Harmlosigkeit und zuweilen fast unangenehme Glätte, die dafür sorgen, dass Chavez und Kollegen keinen bleibenden Eindruck hinterlassen werden. Falls der eine oder andere sich dann doch an dem guten Stück im negativen Sinne reibt oder tatsächlich seine große Liebe zu den Fünf entdeckt, kann das den Verkaufszahlen wiederum nicht schaden. Sagt jedenfalls Mark Chavez.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Giving in
  • Freaking out

Tracklist

  1. Everone
  2. Blow it away
  3. Giving in
  4. Freaking out
  5. The way you like it
  6. Close friends
  7. Do what you want to do
  8. Skin
  9. Pain inside
  10. Speculum
  11. Drowning
  12. Trust

Gesamtspielzeit: 42:59 min.

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