Theatre Of Tragedy - Assembly

Theatre Of Tragedy- Assembly

Eastwest
VÖ: 25.02.2002

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Stimmbruch

Der Plan: großes Gefühlskino. Einen Klangteppich weben, durch den keiner hindurch kann. Der mitreißt, Emotionen ermöglicht und verstärkt. Der den Duft von Rosen versprüht und jeden schlußendlich umhüllt. Der die Düsternis wie einen Freund erscheinen läßt, dessen Feindseligkeit aber am Ende obsiegt. Wo Genuß und Schmerz sich treffen und eine verhängnisvolle Union eingehen. Das Ergebnis: Der Plan war zu anspruchsvoll.

Theatre Of Tragedy kamen aus dem Nichts. Mit einer bizarren Mischung aus Gothic und tiefgestimmtem Metal erarbeiteten sie sich eine üppige Fanschar und hinterließen deutliche Spuren in den alternativen Tanztempeln des Landes. Die Gesangsduelle zwischen Liv Kristine Espenaes und Raymond I. Rohonyi wurden zu Duellen zwischen Gut und Böse, wobei sich viele angesichts solch zweifelhafter Ruhmestaten wie "Der Tanz der Schatten" vor Amüsement auf dem Boden der lustigen Realität kugelten. Nachdem die Band auf dem letzten Album schon einmal einen Schritt in poppigere Gefilde unternommen hat, folgt mit "Assembly" der nächste, noch größere Hüpfer.

Nichts ist mehr übriggeblieben von der finsteren Härte vergangener Tage. Rohonyi und seine aus den Tiefen der Hölle emporgestiegene Stimme sind passé, zwischendurch kommt der Eindruck auf, der Gute könnte durch einen Sprachcomputer ersetzt worden sein. Liv Kristine hingegen hat zweifelsohne eine passable Stimme und verleiht den Songs so etwas wie Klasse. Musikalisch regiert leider der Durchschnitt. Keine der Kompositionen bleibt trotz mehrfachen Hörens in den gelangweilten Ohren hängen. Die Songs plätschern vor sich hin, Pop für zwischendurch ohne Ambitionen. Melancholie ist hier Weinerlichkeit, Emotion wird Kitsch, und die Gegensätzlichkeit der Charaktere geriert zu halbgarem Schwindel. Mag man über die Güte der ersten Alben geteilter Meinung sein, so waren die zumindest konsequent. Hier aber fehlen die Eckpunkte, das Gerüst, die Idee.

Statt Gefühlskino leider nur Seifenoperatmosphäre. Der Plan war anspruchsvoll, vor allem das endgültige Abwenden vom Metal ist zu begrüßen. Doch für guten Pop reicht es nicht aus. Daß Sänger Rohonyi sein Gurgeln in die Tonne geworfen hat, ist auch erfreulich, doch wird erst jetzt deutlich, daß er nicht wirklich singen kann. Manche Pläne brauchen halt etwas länger.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Automatic lover
  • Flickerlight

Tracklist

  1. Automatic lover
  2. Universal race
  3. Episode
  4. Play
  5. Superdrive
  6. Let you down
  7. Starlit
  8. Envision
  9. Flickerlight
  10. Liquid man
  11. Motion

Gesamtspielzeit: 42:27 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2002-03-06 01:44:58 Uhr
Danke. Genau.
beckes
2002-03-05 19:29:42 Uhr
Armin hat das doch schon bekanntgegeben , in
"Rezi-Vorschläge" , etwas weiter unten .

Armin (04.03.2002 - 18:31 Uhr):
Die TOT-Rezi kommt auch mit dem kommenden Update, wird Dich aber nicht wirklich glücklich stimmen.
TheShadowOfDeath
2002-03-05 19:12:00 Uhr
*denbeitragnachobenschiebundaufantwortwartet* ;)
TheShadowOfDeath
2002-03-02 18:04:36 Uhr
Ich hätte nur eine Frage:
Wird es ein Review von diesem Album geben?
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