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Vex Red - Start with a strong and persistent desire

Vex Red- Start with a strong and persistent desire

I Am / Virgin
VÖ: 04.03.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Emotion sickness

Es beginnt mit einem kurzen Elektrointro, dann bricht ein Riffgewitter herein. Sekunden der melodischen Atempause. Terry Abbott flüstert mit brüchiger Stimme "Just close your eyes" ins Mikro, und wie in einem Strudel verlaufen alle Orientierungspunkte weg von dieser Welt hin zu einem Flecken Vorstellung, der sich treffend nur mit "Seele" betiteln läßt. Linker Hand unterkühlte Härte, treibende Synthesizer und angestaute Aggressionen, auf der rechten Seite warme, filigrane Gesangslinien und wohliges Selbstbedauern. Eine Achterbahnfahrt durchs Dunkel der Gefühle: rasant, rauh und nichts für Leute mit schwachem Herzen und Kinder ohne elterliche Begleitung.

Für Vex Red ist ein feuchter Proberaumtraum in Erfüllung gegangen: Mit einer Drei-Song-Demoscheibe sind sie direkt aus dem englischen Aldershot auf den großen Bühnen dieser Welt gelandet - noch als Vorband von Bush und Staind, doch bald wohl auch auf eigene Verantwortung. Ross Robinson, der derzeit wohl selbst die Vertonung von Heimatfilmen zum Kassenschlager machen würde, flog eigens über den großen Teich, um jene Jungs kennenzulernen, die ihm mit "Can't smile" ihre naiv-charismatische Vorstellung von der Zukunft des Rocks übermittelt haben.

Vex Red bieten Emotionen, die direkt aus dem Seattle der frühen 90er stammen könnten, entfremdet durch eine Generalüberholung im elektronischen Friseursalon. Kühle Sehnsucht macht sich in den Adern breit. Rock ist nicht tot, er wurde nur von der falschen Seite betrachtet. Das Wechselbad zwischen Spannungsaufbau und -entladung erinnert entfernt an den atemberaubenen Galopp eines weißen Ponys, während Terry Abbotts Stimme die Vermutung nahelegt, Daniel Johns sei aus dem Delirium erwacht und anonym mit einem geheimen Silverchair-Sideprojekt unterwegs.

Ganz begeistert von ihrer Achterbahn der Gefühle bauen die Fünf dermaßen viele Höhen, Tiefen und Loopings ein, dass einem beinahe schwindelig wird und der kalte Schauer den Rücken überfällt. Und auch wenn im Dauergenuß der A-ha-Effekt schnell nachläßt und den Album ein wirklich überragendes Highlight fehlt, schütteln die zehn Songs nicht nur dann Geist und Seele durch, wenn der Lautstärkeregler Richtung Weltuntergang befördert wird. Distorted eyes when everything is clearly dying.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Untitled
  • Itch
  • Vert

Tracklist

  1. The closest
  2. Dermo
  3. Can't smile
  4. Untitled
  5. Itch
  6. Bully me
  7. Cause and solution
  8. Start with a strong and persistent desire
  9. Clone Jesus
  10. Sleep does nothing for you
  11. Vert

Gesamtspielzeit: 50:59 min.

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  • Vex Red (45 Beiträge / Letzter am 25.07.2019 - 13:25 Uhr)

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