Angels & Airwaves - Love: album parts one & two

Angels & Airwaves- Love: album parts one & two

Edel
VÖ: 11.11.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Welttraumstation

Wenn Tom DeLonge nach einer guten Viertelstunde "Show me the world that's inside your head / Show me the world that you see yourself / You could use some help / Cause sometimes it comes with a shove / When you fall in love" trällert, sind das nicht nur ein paar Zeilen unter vielen. Klar, zunächst einmal geht der Refrain von "Shove" vor allem in Hirn und Ohr. Doch darüber hinaus kann dieser Text durchaus als prägendes Motiv für Angels & Airwaves' gesamtes Liebesprojekt verstanden werden. Denn nur zu gerne würde man hin und wieder wissen, was in den Köpfen der Herrschaften so vor sich geht. Was macht zum Beispiel ein von der Erde abgeschnittener, alleine in der internationalen Weltraumstation wahnsinnig werdender Astronaut? Er findet das Tagebuch eines Hauptmanns aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Alles klar? So zu sehen im von der Band produzierten "Love"-Film, zu dem die identisch betitelten CDs die musikalische Untermalung bilden.

Den ersten Teil dieses Doppelalbums hatten DeLonge & Co. bereits Anfang 2010 in Form eines kostenlosen Downloads unters Volk gebracht und mit verbesserungswürdigen Lateinkenntnissen eröffnet. Was folgt, dürfte all denen bekannt sein, die dem bisherigen Schaffen von Angels & Airwaves Gehör geschenkt haben: Pop-Rock im Breitbandformat. Und natürlich zieht sich der Astro-Schmelz wie ein roter Faden durch das gesamte Programm. Oftmals atmosphärisch dicht, hin und wieder aber auch zögerlich. So legt das ansonsten famose "The flight of Apollo" erst nach eineinhalb pluckernden Anfangsminuten richtig los. Andersherum geht es auch: Das rockige "Young London" hätte man nach dreieinhalb Minuten beenden können, statt es durch einen Instrumentalpart auf fünf auszudehnen. Womit das Hauptproblem schon identifiziert wäre: Dieses Aufblähen braucht genaugenommen niemand. Manchmal ist weniger mehr, was ein Mitglied von Blink 182 eigentlich wissen sollte. Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch diese tollen Momente von Songs wie "All that we are". So baut man einen Spannungsbogen auf. Gefällt.

Auch wenn das Grundgerüst im Wesentlichen baugleich ist, wissen Angels & Airwaves aber in den Details zu überraschen. Mal knackiger wie in "Epic holiday", bei dem man entschlossen die Faust gen Himmel recken möchte, wenn es "Let's start a riot" heißt. Mal sphärisch-gelassen und verträumt a la "Clever love", wo DeLonge in unnachahmlicher Art "You're all I desire" quäkt und dabei nicht die Bohne kitschig oder gar peinlich wirkt. Einen wirklichen Unterschied zwischen den älteren und den aktuellen Liebesliedern gibt es jedoch nicht - der zweite Teil hat allenfalls den Vorteil, dass viele Songs nicht sofort ins Ohr gehen, sich aber dafür nach und nach mit Vehemenz dort breitmachen. Die Kombination aus elektronischen Spielereien und solidem Rockhandwerk hilft Songs wie "Surrender", "Anxiety" oder "My heroine (It's not over)" dabei. Lost in space ist hier niemand.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Shove
  • Epic holiday
  • Surrender
  • Anxiety

Tracklist

  1. Et ducit mundum per luce
  2. The flight of Apollo
  3. Young London
  4. Shove
  5. Epic holiday
  6. Hallucinations
  7. The moon-atomic (…fragments and fictions)
  8. Clever love
  9. Soul survivor (…2012)
  10. Letters to God, part II
  11. Some origins of fire
  12. CD 2: Saturday love
  13. Surrender
  14. Anxiety
  15. My heroine (It's not over)
  16. Moon as my witness
  17. Dry your eyes
  18. The revelator
  19. One last thing
  20. Inertia
  21. Behold a pale horse
  22. All that we are

Gesamtspielzeit: 102:41 min.

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