Chickenfoot - III

Chickenfoot- III

Ear / Edel
VÖ: 23.09.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Hotfix

Wenn in der Computerbranche die Marketing-Strategen die Oberhand über die Entwickler behalten, bleiben die Grundsätze korrekter Programmversionierung mitunter auf der Strecke. Gerne mit der Begründung, dass die neue Version dermaßen revolutionär sei, dass dies einen solchen Sprung allemal rechtfertigen würde. Ähnlich dürften die Gedankengänge bei Chickenfoot verlaufen sein, als ein Name für das zweite Album gesucht wurde. Auch wenn der grundsolide Hardrock, mit dem die Allstar-Truppe auf ihrem Debüt durchaus überzeugen konnte, alles andere als Revolutionspotenzial in sich trägt.

So mäßig gelungen der Gag mit dem Albumtitel auch ist, so furios startet "III". Denn mit dem unbeschwert rockenden "Last temptation" und dem feist stampfenden "Alright alright", zeigen die Herren vehement, wo ihre Wurzeln liegen. Sammy Hagar singt wie ein junger Gott, Michael Anthony (Van Halen) und Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) zementieren ein souveränes Groove-Fundament, und Joe Satriani gniedelt sich mit jedem seiner Soli ins Paralleluniversum.

Neben "solide" ist "routiniert" das zweite Attribut, das sich hier aufdrängt, wobei sich Satriani und Hagar mittlerweile als eingespieltes Songschreiber-Team beweisen. Wenn dabei Kracher wie das ruppige "Up next" herauskommen, das erneut mit marschierendem Groove und fäusteschwingendem Refrain überzeugt, wird die Band ihrem Ruf mehr als gerecht. Leider obsiegt vor allem im hinteren Teil mitunter die Routine, so dass Ausreißer nach oben eher ausbleiben, sieht man einmal vom überraschend sozialkritischen "Three and a half letters" ab.

Naturgemäß bleiben Vergleiche mit der anderen Hardrock-Supergroup Black Country Communion nicht aus, zumal deren Zweitwerk ähnlich kreativ betitelt ist. Trotzdem gehen Chickenfoot aus diesem Vergleich nur als zweiter Sieger hervor, erreicht "III" doch bei aller künstlerischen Klasse nicht immer die urwüchsige Spielfreude von "2". Gerüchten zufolge hatte die Band zunächst sogar überlegt, ihr Zweitwerk "IV" zu betiteln. Einigen wir uns auf "2.5".

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Last temptation
  • Alright alright
  • Up next
  • Three and a half letters

Tracklist

  1. Last temptation
  2. Alright alright
  3. Different devil
  4. Up next
  5. Lighten up
  6. Come closer
  7. Three and a half letters
  8. Big foot
  9. Dubai blues
  10. Something gone wrong

Gesamtspielzeit: 45:17 min.

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