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Tiamat - Judas Christ

Tiamat- Judas Christ

Century Media / SPV
VÖ: 18.02.2002

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Tümpel of love

Was soll Johann Edlund nur machen? Ein Mensch, der in Interviews behauptet, in seiner linken Herzkammer befände sich Blut, die rechte sei aus Stein. Daß er trotz solcher bemerkenswerter körperlicher Eigenschaften mit einem Album um die Ecke kommt, welches man mit etwas gutem Willen als seelenlosen Plastikschrott bezeichnen kann, liegt aber nicht nur an der Unterschiedlichkeiten der Herzkammern.

Doch blicken wir mal zurück, denn Tiamat haben schon eine Menge musikalische Facetten hinter sich gebracht und zu Zeiten ihres "Wildhoney"-Albums ein wirklich ungewöhnliches und für die damalige Heavy-Szene berauschend kreatives Album auf den Markt geschmissen. Das danach folgende, von durchweg ordentlichen Songs geprägte Album "Deeper kind of slumber" wurde vom Produzenten Siggi Bemm allerdings derart vermischt und verpanscht, daß mein CD-Player eine Woche mit Magentabletten gefüttert werden mußte.

Nun kommt mit "Judas Christ" also das siebte Album und findet sich in kreativen wie kompositorischen Belangen in einer Sackgasse wieder. Es gibt weder ansprechende Hits mit ohrwürmigen Qualitäten, noch stehen hier ungewöhnliche, künstlerische Experimente an der Tagesordnung. Edlund tischt eine lediglich drittklassige Gothic-Sülze auf, als wolle er als ein tragischer Andrew Eldritch-Imitator auf dem Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr in Emsdetten beweisen, wie der große weite Kosmos aussieht, um den er sich selbst dreht: langweilig, eindimensional und charakterlos. Beweisstücke wie "Love is as good as soma" sprechen epische Bände unendlicher Langeweile. Der der Band ewig anhaftende Pink Floyd erscheint wirkt genau so unangebracht wie Glühwein im Hochsommer. Auch die im Uptempo gestrickten Nummern wie "Angel holograms" oder "So much for suicide" vermögen wegen blasphemisch gepolter Langeweile höchstens zu nerven, aber in keinster Weise zu überzeugen.

Ein guter Rat zum Schluß: Das Dutzend in Jahren mit Tiamat sind voll, lieber Johann. Probier doch mal eine Umschulung zum Konditormeister, denn spätestens beim Berliner Ballen solltest du feststellen, was gefragt ist, wenn man sein Handwerk beherrscht: Die Marmelade muß dickflüssig triefen, bevor sie eingeschlossen wird!

(Peter Hesse)

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Highlights

  • -

Tracklist

  1. The return of the son of nothing
  2. So much for suicide
  3. Vote for love
  4. The truth's for sale
  5. Fireflower
  6. Summer by night
  7. Love is as good as soma
  8. Angel holograms
  9. Spine
  10. I am in love with myself
  11. Heaven of high
  12. Too far gone

Gesamtspielzeit: 52:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Den nenn ich lieber nich
2005-06-04 01:45:37 Uhr
Auch, wenn ich nicht zu Tiamat schreibe:
Das ist ja wohl der geilste Thread überhaupt auf plattentest.de. Mit richtig Sarkasmus, Flachs und Bildung (-> Rezession) und auf der anderen Seite heulende 14-Jährige, für die das böse ja nur kifft (böses Kiffen! böseböseböseböse! Nur redliche Metaller kiffen nicht.) und nicht ihre geilen Metal-Platten versteht.
stativision
2002-03-06 21:58:56 Uhr
@sven: ne, hab metal t-shirts immer gehasst und mir nur eins geholt, wenns sehr billig war und ich nich wusste, was ich zum anziehen holen sollte *g*

die einzigen, die übrig geblieben sind, sind amorphis (black winter day) und accuser.
Sven
2002-03-06 17:19:32 Uhr
@stativision:

Hast Du noch ein "Clouds"-T-Shirt für mich übrig?
Sven
2002-03-06 17:13:36 Uhr
At The Gates würde ich auch eher in einem Atemzug mit Dark Tranquility, Gates Of Ishtar, In Flames oder meinetwegen Dismember nennen.

Die Punktzahl geht wohl in Ordnung, denn Tiamat waren schon viel, viel besser als heute.
Ditsch
2002-03-06 15:20:36 Uhr
metalgod, freu dich doch einfach, dass du die CD verstanden hast im Gegensatz zu all den kiffenden Würmern die hier rumkriechen.
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