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Mayer Hawthorne - How do you do

Mayer Hawthorne- How do you do

Universal / EMI
VÖ: 07.10.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Der Klebeherzbube

Gebrochene Herzen klebt am besten Mayer Hawthornes Stimme. Das wussten sie bei Stones Throw und das wissen sie nun bei Universal. Der Sprung vom vielleicht angesagtestem Label, das sich sicher zwischen den Koordinaten der Blackmusic bewegt, hin zum Major kostete ein paar Punkte auf dem Authentizitätskonto. Aber so richtig gefüllt war das bei Hawthorne ja sowieso nie, denn sein Soul aus den alten Plattenkisten war eben meist zu sehr Soul aus den alten Plattenkisten. Ein wenig schwang schon bei "A strange arrangement" das schlechte Gewissen mit, warum sich dieser Bube vor Marvin Gaye, Curtis Mayfield und Barry White schieben sollte und wollte. Hinweise darauf, entpuppen sich nach ein paar Durchläufen: Der Typ hat es irgendwie schon drauf und die richtigen Plattenläden besucht. Die Blaupausen zeichnete Hawthorne stilsicher weiter, ohne sie zur Karikatur werden zu lassen. Und seine Aufmerksamkeitsspanne reicht auch für mehr als ein tauglisches Debüt.

Auch der Nachfolger "How do you do" wildert fleißig in der Hochphase des Souls, wenn es um den Sound als Gesamtpaket geht. Die Rhythmen pulsieren meist unter den fein arrangierten Melodien wie in "Finally falling": Einlullend legt sich das Piano um die Takte. Einzig ein wenig mehr Schwung bekommt die Platte mit "A long time", wo Orgel und Bass den Track ein wenig kneten. Also musikalisch alles wie gehabt bei Hawthorne. Die Spinnweben sind fein säuberlich mit dem Staubtuch entfernt und mit dem Pinsel noch die letzte Rille gereinigt. Selbst Snoop Dogg kommt da mehr als kuschelweich rüber bei seinem Feature in "Can't stop". Die Bläser, die Streicher und die Drums, alles artig konserviert. Und trotzdem ist da irgendwie ein Haar geblieben, das auf der Oberfläche der Soul-Suppe manchmal oben schwimmt.

Hawthorne hat unter dem Strich eigentlich nicht mehr anzubieten als seine Liebesgeschichten. Liebe bleibt das zentrale und durchgehende Thema. Mehr braucht es ja auch nicht. Zumindest wäre es irgendwie noch merkwürdiger, wenn Hawthorne auf "How do you do" auch noch eine politische Ebene draufgesetzt hätte. Die Pflicht ist bei Hawthorne eben auch Kür. "Get to know you" schiebt sich in jede Falte, um dort das letzte Geheimnis zu finden. Die Gitarre kommt da nur noch sporadisch mit ein paar hart gespannten Saiten zum Einsatz. Wie ein Chorknabe stimmt er die Tonlagen und das Falsett an. So richtig überraschend oder aufregend kommt das meistens nicht. Die rosarote Brille, sie ist bei Hawthorne aus Horn. Seine Geschichten sind aus der Ferne beobachtet, tiefe Leidenschaft vermittelt sich nur selten. Zu offensichtlich tröpfelt der Kleber ab und wann aus den Noten und zu häufige Pop-Anreicherungen gleich mit. Halten wird es trotzdem.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • A long time

Tracklist

  1. Get to know you
  2. A long time
  3. Can't stop (feat. Snoop Dogg)
  4. Dreaming
  5. The walk
  6. Finally falling
  7. Hooked
  8. Stick around
  9. The news
  10. You called me
  11. You're not ready
  12. No strings

Gesamtspielzeit: 39:24 min.

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