Mariachi El Bronx - Mariachi El Bronx

Mariachi El Bronx- Mariachi El Bronx

Wichita / PIAS / Rough Trade
VÖ: 23.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

¡Ándale! ¡Ándale! ¡Arriba! ¡Arriba!

Hardcore-Punker machen Mariachi-Platte. Dabei handelt es sich aber nicht um eine verlorene Wette, einen bemühten Werbegag oder fehlgeleiteten Kreativdrang. The Bronx meinen das todernst, wenn sie in ihre Mariachi-Anzüge schlüpfen und Vihuela, Jarana und Trompeten auspacken. Mariachi El Bronx ist - das kann man nicht oft genug betonen - kein Scherz, macht aber einen Haufen Spaß. Das liegt zum einen an der technischen Versiertheit, mit der die Band das komplette Ensemble an mexikanischen Saiteninstrumenten und Trompeten beherrscht. Und zum anderen liegt es an der kompromisslosen Ernsthaftigkeit der Umsetzung.

"Mariachi El Bronx" ist bereits das zweite Album, das The Bronx unter ihrem Alter Ego veröffentlichen. Und wie schon 2009 ist die Platte keine halbherzige Mogelpackung. Wer Tex-Mex-Punkrock oder die Voodoo Glow Skulls erwartet, könnte nicht weiter daneben liegen. Eine Verschmelzung von Genres findet hier schlichtweg nicht statt. Musikalisch liegen Welten zwischen The Bronx und Mariachi El Bronx. Einzig das Raspeln von Matt Caughthrans Gesang sorgt für einen kleinen Wiedererkennungswert.

Dabei ist es im besten Sinne überraschend, wie der Mann das melancholisch leiernde Flehen in seiner sonst so rauen und unnachgiebigen Stimme unterbringt, das so charakteristisch ist für Mariachi-Bands. Das großartige "Revolution girls" schöpft dabei aus dem Vollen. Hintergrund-Gesang, Violinen-Solo, Trompeten-Akzente und eine ganze Reihe an Vihuelas, Banjos und Guitarróns spielen sich die Melodien zu, der Uptempo-Beat geht sofort in die Beine. In die gleiche Kerbe schlägt die folkige Polka "Norteño lights", inklusive verschlepptem Half-Time-Mittelteil.

Das instrumentale "Mariachi El Bronx" zitiert sich wild durch alle bekannten Mariachi-Melodien und Skalen, baut noch ein paar "Yeehaas" und "Huis" ein und klimpert sich so fröhlich in die zweite Hälfte des Albums, die mit dem cineastisch-dramatischen "Map of the world" beginnt. Dann treten Mariachi El Bronx den Beweis an, dass sie auch die ruhigeren und reduzierteren Varianten des Genres beherrschen. "Poverty's king" ist vollgepackt mit tragischen Streichern, Trompeten und Caughthrans vielleicht bester Gesangsleistung auf diesem Album. Man kann nur den Sombrero ziehen vor der Konsequenz und Leidenschaft, mit der The Bronx mexikanischer Volksmusik Tribut zollen und sie gleichzeitig um eine neue Facette erweitern.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Great provider
  • Revolution girls
  • Poverty's king

Tracklist

  1. 48 roses
  2. Great provider
  3. Revolution girls
  4. Fallen
  5. Norteño lights
  6. Mariachi El Bronx
  7. Map of the world
  8. Bodies of Christ
  9. Poverty's king
  10. Matador
  11. Everything dies
  12. Spread thin

Gesamtspielzeit: 46:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Bonzo
2011-10-13 11:50:05 Uhr
Haha, wie geil.
Wolffather
2010-05-30 13:30:47 Uhr
ich sehe sie heute... wie läuft das denn ab? Zuerst Mariachi und dann normal The Bronx oder wie?
The MACHINA of God
2010-05-30 13:28:41 Uhr
Lustig. Gestern live gesehen... Mariachi aber leider verpasst.
digital
2010-03-05 17:15:51 Uhr
klasse album. kann sonst nicht viel mit the bronx anfangen, aber diese platte ist hervorragend!
The Drips
2009-08-21 13:47:52 Uhr
In der Tat sehr sehr geil!
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