Pain Of Salvation - Road salt two

Pain Of Salvation- Road salt two

InsideOut / EMI
VÖ: 23.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Einfach sein

So schnell kann man ein Skandälchen am Hacken haben, wie Pain Of Salvation im vergangenen März feststellen durften. Blut in einem Musikvideo geht schon mal gar nicht. Sex - wenn auch massiv ästhetisiert dargestellt - erst recht nicht. Grund also genug für YouTube, das eigentlich als Überbrückung der Wartezeit zwischen den beiden Teilen des "Road salt"-Zyklus gedachte Video zu "Where it hurts" von den Servern zu verbannen.

Dass Vordenker Daniel Gildenlöw eher die subtilen Töne schätzt, dürfte den selbst ernannten Sittenwächtern entgangen sein. Und so setzt "Road salt two" mit "Softly she cries" zunächst schmutzig-bluesig den auf "Road salt one" eingeschlagenen Weg zu im positiven Sinne konservativen Sounds fort, die ein ums andere Mal an selige Vinyl-Zeiten erinnern. Nur um mit "Conditioned" dem Hörer einen geradezu unverschämt kräftigen Rocker um die Ohren zu hauen.

Wer dann insbesondere nach "Healing now", bei dem dezent ein Zeppelin vorbeischwebt, und der Verbeugung in Richtung Ennio Morricone in Form des melancholischen "To the shoreline" fürchtet, Pain Of Salvation könnten plötzlich zu leicht verständlich sein, braucht keine Angst zu haben. Denn die Funk-Explosion im Mittelteil von "Eleven" ist alleine schon ihr Eintrittsgeld wert, und wie Gildenlöw auf "Mortar grind" auszurasten, will auch erst einmal gekonnt sein. Gut, dass das bittersüße "1979" zwischendurch für Entspannung sorgt.

Völlig abgepfiffen hingegen ist "The physics of gridlock", das zwischen Tool-ähnlichen Passagen zu Beginn und dem chansonesken Ende eigentlich nie zur Ruhe kommt und wie ein Beweis dafür steht, sich bei Pain Of Salvation niemals sicher sein zu dürfen, dass nicht doch irgendwo Haken und Ösen auftauchen. Und während der sinnigerweise "End credits" betitelte Abschluss ausklingt, wird deutlich, dass "Road salt two" im Kern die Blaupause des Sounds der Schweden bildet. Im Unterschied zu "BE" oder "Scarsick" Extreme vermeidend. Aber genau deswegen so großartig.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Conditioned
  • Eleven
  • Mortar grind

Tracklist

  1. Road salt theme
  2. Softly she cries
  3. Conditioned
  4. Healing now
  5. To the shoreline
  6. Eleven
  7. 1979
  8. The deeper cut
  9. Mortar grind
  10. Through the distance
  11. The physics of gridlock
  12. End credits

Gesamtspielzeit: 53:39 min.

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