Ryan Adams - Ashes & fire

Ryan Adams- Ashes & fire

PAX-AM / Sony
VÖ: 07.10.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Home sweet home

Willkommen daheim, Mr. Adams. Endlich zurück in Jacksonville, so rein musikalisch. Play it like it is 2005, als im Rahmen des unfassbaren Dreierpacks mit "Cold roses" und "29" (das hierzulande erst 2006 erschien) auch das große Alternative-Country-Album "Jacksonville city nights" erschien. Nicht nur das Design des je nach Lesart geschätzten zwölten oder dreizehnten Studioalbums seit 2000 erinnert nun an diese Platte, auch stilistisch knüpft "Ashes & fire" daran an. Soll heißen: Adams ist wieder so nah am Country wie selten und tänzelt erneut gekonnt auf der Schwelle zum Kitsch, ohne dabei die Balance zu verlieren. Auch Norah Jones, die damals das überragende "Dear John" mit Adams einspielte, ist wieder mit von der Partie und darf gleich drei Mal ihre feinfühlige Stimme den ebenso weichen Stücken leihen.

Sehnsuchtsvoller Country-Folk, wie man ihn vom Duo Adams und Jones erwartet, sind sie geworden, die Songs "Come home", "Save me" und "Kindness". Zu Akustikgitarre, Pedal Steel, Klavier und sanfter Perkussion singen die beiden melancholische Stücke vom Suchen, Finden und Verlieren der großen Liebe. Drunter macht es der Romantiker in Adams ja meist nicht. Die zentrale Frage "Do you believe in love?" aus "Kindness" bleibt unbeantwortet, und Adams sitzt wieder einmal niedergeschlagen in der Ecke. Diese Frauen, was die ihm nicht schon so alles angetan haben.

Die größten Großtaten auf "Ashes & fire" finden sich aber nicht im hinteren Teil - obwohl auch hier alles toll ist und mit "I love you but I don't know what to say" noch die große amerikanische Ballade wartet -, nein, die haben Adams und Produzent Glyn Johns, der bereits für The Who, Bob Dylan und die Beatles arbeitete, direkt an den Anfang gelegt. Damit es nach den ersten paar Stücken auch ja kein Entrinnen mehr gibt. Das hätte "Ashes & fire" zwar nicht nötig, aber warum die kleineren Brötchen zuerst backen? So gehören "Dirty rain" und der Titeltrack zu den schönsten Momenten in Adams' gewaltigem Backkatalog. Dabei knüpft "Dirty rain" die Fäden eher zu "Gold", während "Ashes & fire" mit seiner rumpeligen Saloon-Gemütlichkeit direkt auf den Bruder im Geiste von vor sechs Jahren verweist.

Mit "Ashes & fire" erschafft Adams ein intimes und ruhiges Stück Musik, das zwar nicht ganz an die Grandezza seines Vorbildes "Jacksonville city nights" heranreicht. Doch dadurch, dass es komplett auf Firlefanz und vor allem auf Rock verzichtet, etwas das Adams zumeist eher mäßig steht, entwickelt "Ashes & fire" eine bestechend Homogenität. Adams wirkt so nah, warm und fragil wie seit dem für den Singer/Songwriter magischen Jahr 2005 nicht mehr. Auch wenn Adams' Veröffentlichungswut einfach nicht zu bändigen ist, am Ende steht ja meist doch tolles Material. Und mit "Ashes & fire" ist Adams mal wieder ein Album gelungen, das nahe an einen großen Wurf heranreicht. Schön, dass der Mann endlich wieder da ist, wo wir ihn haben wollen und wo er sich anscheinend am wohlsten fühlt. Zuhause.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Dirty rain
  • Ashes & fire
  • Kindness
  • I love you but I don't know what to say

Tracklist

  1. Dirty rain
  2. Ashes & fire
  3. Come home
  4. Rocks
  5. Do I wait
  6. Chains of love
  7. Invisible riverside
  8. Save me
  9. Kindness
  10. Lucky now
  11. I love you but I don't know what to say

Gesamtspielzeit: 42:40 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Garp
2011-10-07 21:47:14 Uhr
Hm, vielleicht bin ich heute nicht in der richtigen Stimmung, aber mein erster Eindruck ist eher schnarchig...
Pelo
2011-10-03 20:15:28 Uhr
Die letzten 2-3 Alben haben mir nicht so zugesagt, aber das hört sich irgendwie gut an.

Amen.
Boston
2011-09-30 22:13:34 Uhr
... und unter "Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv" sind auch sämtliche Bryan-Adams-Alben verlinkt.
JACK VALENTINE
2011-09-27 19:26:52 Uhr
Überraschend gut. Das letzte Mal das ich ein Ryan Adams Album so mochte stand "Love Is Hell" auf dem Cover. Ein beeindruckender Return-to-form.

Eindruck nach 2 Durchläufen: 8,5/10
Loam Galligulla
2011-09-26 18:51:18 Uhr
Hm. Ist mir jetz aufs erste Ohr zu sehr verhalten. Hat ja mal gar keinen Biss, Leidenschaft, Schmerz oder große Melodiebögen. 5/10 bisher. Muoaw.
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