The Answer - Revival

The Answer- Revival

Spinefarm / Universal
VÖ: 30.09.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Rückspiegelbild

"Revival" ist ein Album von John Fogerty. Und eines von Reverend Horton Heat. Das Debütalbum der fast vergessenen Stonerrocker Core heißt "Revival". Die kanadische Countrysängerin Tara Oram hat zwei Monate vor The Answer ein Album veröffentlicht, dessen Titel "Revival" ist. Und The Allman Brothers Band hatten auf ihrem 1970 veröffentlichten zweiten Album schon einen Song namens "Revival", als das Jahrzehnt, ohne das The Answer überhaupt keine Musik machen könnten, noch in den Kinderschuhen steckte. Der Blick zurück ist beliebt bei Musikern. "Revival" hält dann auch genau, was der Titel verspricht: Rockmusik, wieder auferstanden aus den Trümmern der 70er Jahre, gespielt von langhaarigen Typen in Schlaghosen.

Nun waren die 70er ja nicht das schlechteste Jahrzehnt für Schlagzeug, Gitarre und Bass. Bands wie Night Horse, Quest For Fire, The Sword, Wolfmother und Dutzende andere haben sich mehr oder weniger direkt und ziemlich erfolgreich bei der goldenen Dekade der Rockmusik bedient, gleich noch ein paar Schlaghosen und Batikhemden mitgenommen und das Ergebnis auf Vinyl und CD gepresst. Auch bei The Answer klappt das meist ganz gut, aber manchmal zeigt sich auch, dass der Grat zwischen Haarspray und Led Zeppelin manchmal ein schmaler ist.

In guten Momenten klingen The Answer auf ihrem dritten Album nach allem, was das Vereinigte Königreich so an guter Rockmusik zu bieten hatte: Thin Lizzy, Led Zeppelin, Deep Purple, ein bisschen Black Sabbath. "Destroy me" reckt nach der leicht sleazigen Strophe seine Faust in den Abendhimmel und schreit den Stakkato-Refrain in die Welt hinaus. Die Gospel-Bridge im hinteren Teil von "One more revival" lädt zum Mitsingen ein und der Opener "Waste your tears" macht schon mit den einleitenden Slidegitarren alles richtig, was man auf einer im Blues verwurzelten Hardrock-Platte so richtig machen sollte. Großartig ist auch das rastlose "Use me", dessen polternder Refrain einen schönen Kontrast zum harmonischen Background-Gesang bildet.

Ein bisschen zu viel des Guten wird es beispielsweise in "Vida (I want you)", das stellenweise nach einer B-Seite von Bon Jovi klingt und im Mittelteil leider komplett den Faden verliert. Auch bei der Halbballade "Can't remember, can't forget" dürfte sich so manches Nackenhaar aufstellen. Cormac Neesons raspelige Stimme kann eigentlich jeden Song retten, aber hier gerät es doch etwas zu schwülstig. Immerhin breitet die Band die schwächeren Songs nicht so sehr aus und findet meist die richtige Balance zwischen Struktur und Jamsession, zwischen packendem Refrain und ausuferndem Solo. The Answer begehen keinen Etikettenschwindel: "Revival" ist keine Revolution, aber ein schönes Stück Nostalgie.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Waste your tears
  • Destroy me
  • One more revival

Tracklist

  1. Waste your tears
  2. Use me
  3. Trouble
  4. Nowhere freeway
  5. Tornado
  6. Vida (I want you)
  7. Caught on the riverbed
  8. Destroy me
  9. New day rising
  10. Can't remember, can't forget
  11. One more revival
  12. Lights are down

Gesamtspielzeit: 50:01 min.

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