Johannes Strate - Die Zeichen stehen auf Sturm

Johannes Strate- Die Zeichen stehen auf Sturm

Sony
VÖ: 30.09.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Hör mal, wer da guckt

Johannes Strate scheint ein Perfektionist und Komplettist zu sein. Wenn man sich alleine den Videoclip zu "Es tut mir weh Dich so zu sehen" zu Gemüte führt, wird schnell klar, dass an alles gedacht wurde. Unendliche Weiten, eine malerische Szenerie, Wolken, Wasser, leere Landstraßen, einen Pickup, Dreitagebart, Karohemd und natürlich ein gut aussehendes Mädel. Kann man mehr von der optischen Untermalung eines Singer/Songwriter-Tracks erwarten? Wohl kaum. Dazu das zufällige Aufeinandertreffen mit der Ex-Freundin als Storyline, und fertig ist die erste von insgesamt zwölf persönlichen Geschichten, die der Revolverheld-Frontmann zu erzählen hat.

Warum genau die Zeichen auf Sturm stehen, wird Strates Geheimnis bleiben. Das Solodebüt des Nordlichts ist doch eher von einer sanften Brise als von einem aufkommenden Unwetter geprägt. Genau der richtige Zeitpunkt also, um mit der Vergangenheit aufzuräumen und zurückzublicken. "Nach all diesen Jahren / Wo immer ich war / Mach ich meinen Frieden mit mir", lautet es so passend zu Beginn. Ein Mann, der zwischen Charts und Teenieschwarm noch mehr zu erzählen hat. "Ich hab' eine Antwort / Was du auch fragst", tönt er selbstsicher in "Du kannst streiten und schreien bis die Welt untergeht", während er später kleinlaut zugibt: "Versucht zu überwintern / Ohne deine Wärme." Ein Gegensatz, der sich durch das gesamte Album zieht. Strate wirkt hin- und hergerissen. Hier ein kleines Gefühlschaos, dort eine aufgeräumte Zufriedenheit.

Dass die kleinen, aber feinen Geschichten nicht in den Kontext seiner Hauptband gepasst hätten, ist klar. Strate legt hier teilweise einen Seelenstriptease hin, der etwas weitergeht als das, was der Hörer bisher von Revolverheld-Balladen kennt. Natürlich erfindet sich der gute Mann hier nicht neu. Zwischen dem Guten, wie etwa dem ehrlichen "Ich mach meinen Frieden mit mir", dem beschwingten "Die Tür ist immer offen", der geschmeidigen Singleauskopplung "Es tut mir weh Dich so zu sehen" oder dem von Bläsern begleiteten "Guten Morgen Anna" lassen sich entsprechend auch ein paar etwas zu platte Skip-Nummern ausmachen. Also doch kein Perfektionist, der gute Herr. Gesehen ist halt noch lange nicht gehört.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Die Tür ist immer offen
  • Es tut mir weh dich so zu sehen
  • Guten Morgen Anna

Tracklist

  1. Ich mach meinen Frieden mit mir
  2. Die Tür ist immer offen
  3. Es tut mir weh Dich so zu sehen
  4. Wenn es um uns brennt
  5. Gespenster
  6. Die Zeichen stehen auf Sturm
  7. Guten Morgen Anna
  8. Wo ist mein Zuhause
  9. Wenn nicht hier
  10. Du kannst streiten und schreien bis die Welt untergeht
  11. Du bist mit Dir allein
  12. Wir waren viel zu leise und die Welt war viel zu laut
  13. An Rosalinde

Gesamtspielzeit: 47:13 min.

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