Les Jupes - Modern myths

Les Jupes- Modern myths

The Instrument Village / Broken Silence
VÖ: 02.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Illustraten

Eine Welt, die Karaokemaschinen als Teil abendfüllender Unterhaltung die Bühne überlasst, in der leuchtende Handys als adäquates Konzertbild angesehen werden und Leberkäse weder Leber noch Käse enthält, darf sich nicht sträuben gegen ein Album wie "Modern myths". Das Debüt der Kanadier Les Jupes, was übersetzt so viel wie "Die Röcke" heißt, ist ein thematisches Sammelsurium, beschäftigt sich mit Neandertalern, Mathematik oder dem einstigen, ukrainischen Regierungschef Nikita Chruschtschow und schwankt in seiner Wahrnehmung zwischen ironischer Grundposition und ernsthafter Auseinandersetzung.

Sänger Michael Petkau Falk, dessen oft düster gefärbte Bariton-Stimme dieses Album trägt und prägt, hat drei Mitglieder um sich geschart, die sich mit Hilfe von Produzent Marcus Paquin anderthalb Jahre an "Modern myths" gesetzt haben. "Myth #3 (The mountain)" tankt sich durch Cembalo-Klänge, zähmt die Riffs und erzählt die Geschichte einer Person, die sich aus der weltfremden Isolation löst und wieder in den Schoß der Familie zurückkehrt. "One solemn oath" hält in seiner Wehmut die Waage zwischen Gewichtung von Akustik- und E-Gitarre, lässt in gedämpften Momenten Raum für ein unkendes Fagott und instruiert erstmals das einzig weibliche Bandmitglied, Kelly Beaton, deren Vokalisierungen im Taktgebertrio aus Trommel, Tamburin und Bass kaum auffallen.

Highlight der Platte ist "A caveman returns home to find the fire has gone out", das Klaviertöne und gedämpfte Bläser dreieinhalb Minuten lang neben der Gitarre als traurige Lonesome-Rider stehenlässt, ehe diese aus dem Boden schießen, ein Saxophon durch die verlassene Gegend irrt und das Klavier gepeinigt aufheult. Les Jupes haben einen Platz im Indie-Rock gefunden, der ihnen zum einen auftürmende Songs der Marke White Lies erlaubt, zum anderen die sehnsüchtigen Klänge von The National, dann wieder ausschweifende Postrockanleihen wie in "Awake, my ghost!", folkloristischen Anmut oder den melodieseligen Pop-Rock von "Mathematics". Wer "Galileo Mystery" schon immer zu lächerlich fand, um es ernst zu nehmen, darf sich gerne in der Mythen-Welt von Les Jupes verlieren. Und das Beste: Die Illuminaten haben damit nichts zu tun.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • One solemn oath
  • A caveman returns home to find the fire has gone out
  • Myth #7 (Honour)
  • Awake, my ghost!

Tracklist

  1. Myth #3 (The mountain)
  2. One solemn oath
  3. Someone lit a fire under Khruschev
  4. A caveman returns home to find the fire has gone out
  5. This place owes us
  6. Mathematics
  7. Last dance
  8. Myth #7 (Honour)
  9. How do you keep this all in line
  10. Awake, my ghost!

Gesamtspielzeit: 47:39 min.

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  • Les Jupes (7 Beiträge / Letzter am 02.12.2013 - 18:55 Uhr)