Waters - Out in the light

Waters- Out in the light

City Slang / Universal
VÖ: 09.09.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Blendwerkskammer

Waters sind die Lösung. Nur das Problem erschließt sich nicht so ganz. Port O'Brien veröffentlichten ihrerzeits drei Platten, die sie zwar nicht ganz aus dem Status des Geheimtipps katapultierten, aber immerhin ein paar Achtungserfolge bei den hiesigen Musikschreibern waren drin. Nach der Auflösung munkelte mancher von jenen unisono mit der Fanschar über die Trennungsgründe. Vor der Aufnahme der letzten Port-O'Brien-Platte "Threadbare" starb der Bruder von Sängerin Cambria Goodwin, und der Waschzettel zum Debüt von Waters weiß um die Geschichte mit dem "Rücksicht-auf-Befindlichkeiten-Korsett", in dem Port O'Brien danach steckten. Also stampfte Van Pierszalowski nach dem Split Waters aus dem Kanal. Aber es sind keine flinken Finger, die auf dem Debüt "Out in the light" die Knoten lösen.

Von der Fischer-Romantik Port O'Briens bleibt wenig. "If I run" steht ab wie das Wasser auf leicht altem Joghurt, und genau diese Haltung fließt durch die etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit der ganzen Platte. Denn Waters kümmern sich wenig darum, ob sie in ihrem Sound verstanden werden. "For the one" schiebt sich etwa mittels Übersteuerung in den Vordergrund. Keine einnehmende Melodie, kein fesselnder Rhythmus, sondern ein Brei an Musik, der sich erst mit jeder Umdrehung ein wenig mehr erschließt. Dicklich strömen diese Momente vor sich hin, um in ruhigeren Tracks wie "Ones you had before" zu landen. Das Sakrale, das "O holy break of day" beschwören will, landet in einem verwaschenen Gitarrensolo. Danach setzt mit dem Refrain die rostige Schere zum Schnitt an. Dickeierig feuert "Back to you" seine gute Laune wenig später in die Abendluft. Befreiung kann so schön sein.

Auch die ruhigen Momente brennen stetig. "Ones you had before" trägt überhaupt erst durch die brüchige Stimme von Van Pierszalowski. Der Rhythmus nimmt mehr und mehr Klavier und Gitarre mit, damit die Sache nicht kippt zu Gunsten von Baby Melancholie. "Out in the light" ist in vielen Stellen tatsächlich der beschworene Aufbruch, aber "Take me out to the coast" kehrt die ganzen Möglichkeiten mit Wehmut beiseite, die da noch gewesen wären. Aber Waters sind konsequent. Es bleibt bei dem Trip hin zur Sonne. Träume sind die einzigen Wegweiser, die bleiben. Den Rückspiegel hat es beim Schlagloch sowieso schon vor ein paar Meilen mitgenommen. Der Motor läuft und der blendende Ball vom Himmel lässt auf der Straße grelle Lichtpfützen flimmern. Genau da finden Waters ihre Melodien, ihre Ideen und ihren Weg: immer Richtung Horizont.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • For the one
  • Ones you had before
  • Mickey Mantle

Tracklist

  1. For the one
  2. O holy break of day
  3. Out in the light
  4. Back to you
  5. Ones you had before
  6. Abridge my love
  7. If I run
  8. Take me out to the coast
  9. San Francisco
  10. Mickey Mantle

Gesamtspielzeit: 36:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Wohow
2017-01-12 16:26:18 Uhr
Sänger Van feat. First Aid Kit

https://www.youtube.com/watch?v=Bs5xW6RRhRM
mispel
2011-09-15 17:38:09 Uhr
Bin eben beim Surfen auf youtube über ein paar Songs gestolpert. Wusste gar nicht, dass da schon ein Album erschienen ist. Die Songs hören sich zwar nicht schlecht an, aber an die Perlen von Port O'Brien werden sie nie heranreichen. Der neue Stil ist allerdings auch nicht so mein Fall.
saihttam
2011-09-07 01:20:32 Uhr
hab sie live als support beim Wye-Oak-Konzert in Frankfurt gesehen. da fand ich sie schon ganz gut. das Album werd ich mir auf jeden fall mal anhören.
Paul
2011-08-24 13:07:32 Uhr
Nachfolgeprojekt von Port O'Brien. Das Album erscheint am 09.09.2011 via CitySlang.

Die beiden bisher bekannten Songs klingen stark nach den Pixies oder Dinosaur Jr. Find ick jut.
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